Donnerstag, 18. Dezember 2025
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Transformation an der Birs: Vom Industrieareal zum offenen Stadtquartier

Rückwirkende Entlastung: USA und Schweiz bauen Handelshemmnisse ab

Wirtschaftspartner am Genfersee: Wie die Schweiz und Frankreich ihre Kräfte bündeln

Seltene Mopsfledermaus erstmals in St.Gallen registriert - Ein Erfolg für die Bürgerforschung

Wirtschaft

Creatin und Code: Was Entwickler von Kraftsportlern lernen können

Das Erbe in der Cloud: Der digitale Nachlassverwalter

Die Logik der Konzentration: Wirkmechanismen moderner Gesichtsseren

Fit durch den Winter: Tipps für starke Abwehrkräfte

Ausland

Globaler Gesundheitspakt: Die Welt rüstet sich für künftige Pandemien

OpenAI nimmt Kurs auf die Emirate: Pläne für KI-Rechenzentren von enormer Dimension

KI-Chips: Tauwetter aus Washington? USA rudern bei Exportregeln zurück

Künstliche Intelligenz, Drohnenschwärme und Hyperschallwaffen - das neue Wettrüsten

Sport

Weltelite im direkten Schlagabtausch: Der FIS Ski Cross World Cup 2025

Weltklasse auf der Corviglia: Der FIS Ski World Cup 2025

Wintervergnügen im «Weyerli»: Berns urbanes Skigebiet startet in die Saison

Wintersportauftakt in Davos: Nachtloipe eröffnet und Regelbetrieb gestartet

Kultur

Kulturwandel bei Ray-Ban: A$AP Rockys Debüt in Miami definiert die Strategie für 2026

Wie die Übernahme von Warner Bros. durch Netflix die Media-Landschaft neu ordnet

Digitale Kunst in Makerspaces: Eine Wechselwirkung von Kreativität und Technologie

Alberto Giacometti: Künstlerische Spurensuche im Engadin

Kommunikation

OpenAI lanciert GPT-5.2 im Wettstreit mit Google

10 Jahre OpenAI: Eine Dekade der digitalen Zäsur - und ihre Spuren in der Schweiz

Digitale Impulse für einen gesünderen Alltag

Kundendaten im Blindflug: Wenn Marketing ohne Kompass steuert

Boulevard

Der perfekte Start in den Tag: 5 Rituale für mehr Energie am Morgen

Falträder als technischer Schlüssel moderner Mobilitätsketten

Casios erste Automatikuhr

Versteckte Gefahr in Altbauten: So schützen Sie sich vor Abfluss-Chaos und teurem Rückstau

Wissen

Der feine Unterschied: 4-Sterne und 4-Sterne-Superior in der Schweizer Hotellerie

Zürcher Startup BTRY: 4,6 Millionen Fr. für neue Akku-Generation

Plagiat oder nur ein Fehler? Wann juristische Unterstützung entscheidend ist

Grokipedia gegen Wikipedia: Zwei Philosophien der Wissensgenerierung im Wettstreit

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2025 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Der Ast, an dem wir sägen (Teil 1)

Patrik Etschmayer / Montag, 29. April 2013

Seit Beginn der Erfolgsgeschichte des Kapitalismus war das Verhältnis von Wirtschaft und Individuum immer von einer gegenseitigen Abhängigkeit geprägt: Ohne Arbeiter konnte nichts produziert werden und ohne Produzenten gab es keine Arbeit. Technische Fortschritte gefährden nun diese Balance und im Endeffekt das ganze System. Bevor auch nur einer den Eindruck hat, hier schreibe ein Feind der Technologie, muss ich diese sofort enttäuschen: Der Autor liebt Gadgets, wissenschaftliche Fortschritte und selbst Technologien, die in Europa mit Händen und Füssen bekämpft werden.

Doch wer sich mit Technik beschäftig, realisiert den rasenden Fortschritt, der - noch - nicht für jeden sichtbar ist und sich weiter beschleunigen wird. Computer sind zwar noch blöd im Vergleich zu einem Menschen, aber nach Jahrzehnten wahrer Stupidität haben sie unterdessen Fähigkeiten erreicht, die noch vor wenigen Jahren uns vorbehalten waren.

Dabei geht es nicht um simple Dinge wie weltmeisterlich Schach zu spielen (1997 erledigt) oder Leute bei Quizsendungen zu schlagen (2011), sondern um Alltagsdinge wie Auto fahren, Treppensteigen, Gestelle füllen, Fenster putzen, Häuser bauen. Roboter und Computer beherrschen diese Dinge bereits. Diese Fähigkeiten, die noch vor wenigen Jahren unglaublich weit weg schienen, sind unterdessen de facto etabliert, da die Rechenkraft der Prozessoren sich nach dem Moorschen Gesetz zuverlässig alle 18 Monate verdoppelt hat. Und dies seit zirka 70 Jahren. Am Anfang waren Computer blöder als Einzeller. Heute sind sie bereits auf dem Niveau von grösseren Insekten. Wenn es so weiter geht - und es gibt keinen Grund, dies nicht anzunehmen - werden zirka. 2025 Computer die Intelligenz eines Menschen erreicht haben.

Doch schon vorher werden Computer an Orten Menschen ersetzen, wo bisher Homo Sapiens arbeitete. Letzte Woche ging der Autor in der Migros einkaufen, und probierte die in jener Filiale aufgehängten Selbst-Scanner aus, da es extrem viele Leute hatte und so die Schlange an der Kasse vermieden werden konnte. Ein Narr wer hier nicht das schleichende Ende des Kassiererinnen-Jobs durch Computerpower sieht.

Bleiben wir im Supermarkt: Regale aufzufüllen ist einer der vielen Jobs, die es dort zu machen gibt. Mit RFID-Chips in den Produkten und entsprechenden Sensoren in den Gestellen könnte das Lager immer wissen, wo welches Produkt wieder aufgefüllt werden müsste, welche Verfallsdaten abgelaufen sind, was nachbestellt werden muss. Kleine Befüll-Roboter könnten sofort zu den entsprechenden Gestellen fahren, die Lücken wieder stopfen oder verfallene Produkte entfernen.

Doch nicht nur auf dieser Ebene werden Computer und Roboter Menschen ersetzen können. Es gibt bereits Roboter, die ganze Einfamilien-Häuser inklusive Leitungen und Stromanschlüsse hochziehen können. Wer nun denkt, die Computer und Roboter seien auf die tieferen Gehaltsstufen beschränkt, soll sich dieser Illusion entledigen.

Letzte Woche erst stürzten Handelsprogramme an der Wallstreet aufgrund eines falschen Tweets von AP wegen eines Anschlags auf das Weisse Haus die Börsen kurzzeitig in ein Chaos. Die Programme reagieren nämlich nicht nur auf Kauf- und Verkaufsaufträge und Kursbewegungen, sondern auch auf Schlagzeilen, die ständig überwacht werden und lösen innert hundertstel Sekunden Verkäufe und Käufe aus, wenn bestimmte Dinge über die Nachrichtenkanäle rein kommen. Es zeigte sich auf extreme Weise, dass grosse Teile der Wirtschaft schon jetzt nicht mehr in den Händen von Menschen liegen und die Händler auf dem Parkett nur hilf- und fassungslos zuschauen können, wenn die Trading-Programme richtig los legen.

Derweilen werden Anwaltsgehilfen und sogar Anwälte selbst durch Computerprogramme ersetzt, die digitalisierte Gesetzestexte und Gerichtsurteil nach relevanten Stellen durchkämmen. In Call-Centern nehmen immer mehr Computer Anrufe entgegen und in Arztpraxen und Laboren werden Laboranten und Gehilfen nach und nach durch Expertensysteme und integrierte Analyse-Roboter ersetzt. Spitäler ersetzen Apotheker durch Medikamenten-Roboter und Verwaltungen werden auch immer schlanker, weil verbesserte Programme es weniger Menschen erlauben, viel mehr Daten zu verwalten. Und wenn es jetzt erst «einfachere» Tätigkeiten sind, soll sich besser niemand einreden, dass sich die Fähigkeiten der Computer nicht bald immer weiter rauf fressen durch die Arbeits-Hierarchie.

Effizienz und Produktivität steigen, der Personalaufwand sinkt und die Qualität steigt in vielen Fällen sogar an. Das eingesparte Geld landet dabei einerseits bei den Kunden, die weniger für die gleiche Leistung zahlen (wenn sie Glück haben) und vor allem beim Unternehmen, dessen Gewinne ansteigen.

Doch die Schlange droht, sich in den Schwanz zu beissen. Paradebeispiel dafür sind die USA. Nicht wenige Blogger mit einigen Dutzend Dioptrien Kurzsicht hacken bei schlechten Arbeitsmarktzahlen immer auf Präsident Obama rum und wollen nicht sehen, was wirklich vor sich geht: Den Unternehmen geht es an sich toll, die Gewinne steigen, die Produktivität steigt, doch niemand stellt neue Arbeiter ein, denn die Technik erlaubt Wachstum mit weniger Menschen.

Das Gespenst, dass immer mehr umgeht, ist eine Facette des Marxismus, den wir längst auf dem Müllhaufen der Geschichte vermutet hätten: die Akkumulation des Kapitals bei den Besitzern der Produktionsmittel.

Die Basis des erfolgreichen Kapitalismus ist eine breite Verteilung des Einkommens unter den Arbeitern und Angestellten, die Waren und Dienstleistungen, welche sie erst produzieren, konsumieren. Wird im Interesse höherer Gewinne nun diese Schicht abgesägt, sägt sich die Wirtschaft unweigerlich den Ast ab, auf dem sie sitzt, denn ohne Konsum keine Wirtschaft. So einfach ist das.

Dabei verfängt das Argument, dass dieses Gedanken eines Maschinenstürmers seien, nicht wirklich. Damals wurden die physischen Fähigkeiten von Menschen ersetzt, sein Hirn hingegen wurde wichtiger. Doch heute geht es darum, dass Computer und Roboter unsere neurologischen Fähigkeiten imitieren und uns zum Teil dort schlagen, wo wir unsere grössten Stärken sehen: In der Interaktion mit Menschen, beim Analysieren von und Reagieren auf neue Situation, beim Bewegen durch die echte Welt.

Dabei werden diese Maschinen den Reichen gehören. Bildung und Wissen jener ohne Kapital werden genau so an Wert verlieren wie einst einmal die rohe Muskelkraft der Arbeiter. Tönt bedrohlich? Ist es auch. Vor allem, wenn wir weiterhin in den gleichen wirtschaftlichen Kategorien wie bisher denken und nicht einen echten Paradigmenwechsel herbeiführen. Dazu mehr in der nächsten Woche.
 


 Kommentare lesen (2 Beiträge)
· und wer treibt unsere...ochgottMi, 08.05.2013 07:47
· Auf diesen...keinschafMo, 29.04.2013 18:33
» Mitreden


nachrichten.ch 1

UV-Beständigkeit: Ein Schlüssel für langlebige Outdoor-Werbemittel In der dynamischen Welt der Aussenwerbung spielt die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Eine der grössten Herausforderungen ist die UV-Strahlung, die Materialien im Freien stark beansprucht. Der Fokus liegt darauf, wie UV-Beständigkeit im Jahr 2026 die Langlebigkeit von Outdoor-Werbemitteln beeinflusst und welche strategischen Ansätze dabei eine Rolle spielen. Fortsetzung




Archiv

Patrik Etschmayer
Gute alte Zeit? Warum die Türe zu bleiben muss!


Peter Achten / Peking
Modell für die ganze Welt?


Regula Stämpfli
Es ändert sich nichts


Patrik Etschmayer
GA-CH: Das Halb-Millionen-Franken Schnäppchen


Peter Achten / Peking
Die Grosse Unordnung


Regula Stämpfli
Markt für Flüchtlinge


Patrik Etschmayer
ROSS for Bundesrat?


Peter Achten
«Verantwortungsvoller Atomstaat»


Regula Stämpfli
Armeechefs ohne Demokratie


Patrik Etschmayer
Tipps zum sicheren Abheben


Peter Achten / Peking
Das Jianbing-Staatsgeheimnis


Regula Stämpfli
Abschied von der Konkordanzschweiz


Peter Achten / Peking
Golf mit proletarischem Schwung


Patrik Etschmayer
Die wahren Verfolgten


Regula Stämpfli
Konzernrecht bricht Verfassungsrecht


Patrik Etschmayer
Initiative für die bedingungslose Briefkastenfirma


Peter Achten / Hanoi
Pho von Frau Lam


Regula Stämpfli
Sozialsystem oder Bedingungslosigkeit


Patrik Etschmayer
Drápas für Diktatoren


Peter Achten / Peking
Krasser SwissTaste


Regula Stämpfli
Maurer-Papers: Volksvertreter? Bankensprecher!


Patrik Etschmayer
Regierung oder Waschmaschine?


Peter Achten / Peking
«Das sind keine Träume»


Regula Stämpfli
Bürokratische Monster


Patrik Etschmayer
Tun als ob ... oder einfach tun, ganz ohne 'ob'


Peter Achten / Peking
Eisenbahn der Superlative


Regula Stämpfli
Kontrollieren mich die Tatsachen?*


Patrik Etschmayer
Erdowie, Erdowo, Erdowan!


Peter Achten / Peking
«Rücksichtslos die Axt anlegen»


Regula Stämpfli
Kampf der Kulturen? Welche Kultur denn?


Patrik Etschmayer
Kurssprung der Angst-Aktien


Peter Achten / Peking
Kleines Geschäftchen in der Grossen Halle


Regula Stämpfli
Lobbys machen Lobbykritik


Patrik Etschmayer
Alternative für Drumpf!


Peter Achten / Peking
Realpolitik pur


Regula Stämpfli
Ideologischer Mehltau


Patrik Etschmayer
Gebrauchtwagenhändler als Präsident!


Peter Achten, Bejing
Probleme im Tiefwasser


Regula Stämpfli
Geldsorgen gefährden Ihre Gesundheit


Patrik Etschmayer
SVP lanciert Ende Jahr EAI (Eliten-Ausschaffungs-Initiative)


Peter Achten / Peking
«Wir sind absolut loyal!»



Saudi-Arabien: Franken hui -Flüchtlinge pfui


Patrik Etschmayer
Und alle zusammen: ChuchiCHexit!


Peter Achten / Peking
«Sehnsucht nach Fussball»


Regula Stämpfli
Frauenkörper und Politik


Patrik Etschmayer
Die 500-Euro Frage


Peter Achten
Neunerprobe für die «Lady»


Regula Stämpfli
Rassismus für Glaubwürdige


Patrik Etschmayer
Hassen in der Blase


Peter Achten / Peking
Affen-Kälte - Affen-Hitze


Regula Stämpfli
Schiessbefehl gegen Journalisten


Patrik Etschmayer
Die Quartals-Realität


Peter Achten
Politisch korrekt und stabil


Regula Stämpfli
Demokratie geht immer


Patrik Etschmayer
Reppy for President?


Peter Achten / Peking
«Sichere» Zigaretten?


Regula Stämpfli
Der Politologe schützt das Volk


Patrik Etschmayer
«Keine Präsenz ohne Honorar»


Peter Achten / Peking
Status Quo mit Distanz


Regula Stämpfli
Im Bett mit Varoufakis


Patrik Etschmayer
Wenn der Bösewicht kein «Joker» ist


Peter Achten / Peking
Regionaler Morast in Ostasien


Regula Stämpfli
Speichelpolizei Bern


Patrik Etschmayer
Wenn der Rand ins Zentrum schleicht


Peter Achten / Peking
Tief einatmen!


Regula Stämpfli
Die Vorteile von Menschen mit Menstruationshintergrund


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 2


Peter Achten / Peking
Le Petit Prince à la chinoise


Regula Stämpfli
UBER-Lösung: Die Deklaration der Daten-Unabhängigkeit


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 1


Peter Achten / Peking
Hong Kong: Pressefreiheit in Gefahr?


Regula Stämpfli
Die Zeichensprache des Bösen


Patrik Etschmayer
Wo die Wahrheit zum Sterben hin geht


Peter Achten / Peking
Roter Wahlabend in Peking


Regula Stämpfli
Gewählt ist: Hashtag


Patrik Etschmayer
Die faschistische Internationale auf dem Vormarsch


Peter Achten / Peking
Kohl und Kohle - Atemlos


Regula Stämpfli
Einmal Lüge, immer Lüge


Patrik Etschmayer
Sparen wir die Zukunft weg!


Peter Achten / Peking
Der rosarote Hunderter


Regula Stämpfli
Phänomenomics(TM): Viagra übernimmt Botox


Patrik Etschmayer
Mauern mit Donald


Peter Achten
Xi, Obama und das «Great Game»


Regula Stämpfli
Mörderische Ordnungsprinzipien


Patrik Etschmayer
Die Geier des Grauens


Regula Stämpfli
Die Gegenwart der Geschichte


Peter Achten
Dritter Anlauf zur Demokratie



Alles an seinen Platz


Peter Achten / Peking
Nach dem Holz- der Kohle-Ausstieg?


Regula Stämpfli
«Haha» sagt der Clown: Über Dämonen in der Politik


Patrik Etschmayer
Die Suche nach dem Homosexualitäts-Gen: Schwachsinn oder Notwendigkeit?


Peter Achten / Peking
«Es gibt keine Abkürzungen»


Regula Stämpfli
#Wurstgate&Biopolitik


Patrik Etschmayer
Weltuntergangsbeleuchtung oder Chance?


Peter Achten / Peking
Kai Dang Ku - Windelweich


Regula Stämpfli
Rechts«rutsch» dank Finanzkrise


Patrik Etschmayer
Blocher-Clan


Peter Achten / Peking
Grenzen der Armut


Regula Stämpfli
Marke Schweiz: Frauenverhöhnung


Patrik Etschmayer
Akrasia und die Krisen