Donnerstag, 30. März 2017
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Botschaft in Berlin feiert Gotthard-Tunnel mit Riesen-Schriftzug

Gegner der Stiefkindadoption für Homosexuelle drohen mit Referendum

Ja zu Subventionen für Wasserkraftwerke bei tiefen Strompreisen

Alles ist bereit für die Eröffnung des Gotthard-Tunnels

Wirtschaft

Die vier Wände für des Mannes liebstes Spielzeug

Guter alter Drahtesel, adé!

Gipfeltreffen für Digital Marketing und E-Business

Neue Märkte, neue Chancen

Ausland

Hunderte demonstrieren in Istanbul zum Gezi-Jahrestag

Islamischer Staat setzt Offensive im Norden Syriens fort

Deutschland und Grossbritannien erinnern an Skagerrak-Schlacht

Jens Stoltenberg gegen neuen Kalten Krieg

Sport

Albian Ajeti unterschreibt in St. Gallen bis 2021

YB wählt neuen Vereinsvorstand

Petkovic: Positive Bilanz nach 1'000 Tagen

Wil startet Crowdfunding-Aktion

Kultur

Das neue Zuhause der Fussballgeschichte

Schweizer Geschichte und Kultur erleben

Wetter. Sonne, Blitz und Wolkenbruch

Bündner Kunstmuseum Chur

Kommunikation

Erfolg durch Personalisierung und Timing

Telefonmuseum Telephonica - Geschichte zum Anfassen

Bild- und Videosuche per Handskizze

Uni zieht Apple vor Gericht

Boulevard

Immer mehr Singles in der Schweiz - Beziehungstipps im Überblick

Das faszinierende Unterwasser-Abenteuer im SEA LIFE Konstanz

Sind Last Minute-Angebote das, was sie versprechen?

Faszination Muskeln, Sehnen, Faszien - wer rastet der rostet

Wissen

Fauna, Flora & Fun erleben

Inselspital eröffnet zentrale Biobank

Rückkehrende Touristen sollen Kondome benutzen

Frühchen: Schwache Knochen im Erwachsenenalter

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2017 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


«Sichere» Zigaretten?

Peter Achten Peking / Montag, 25. Januar 2016

Der gute Vorsatz fürs Neue Jahr hat sich offenbar global durchgesetzt. Auch in China. Im Jahr des Affen ab 8. Februar soll weniger geraucht werden. Chinas Revolutionäre waren, wie in dieser Kolumnen schon verschiedentlich dargelegt, oft Kettenraucher. Kaum ein Photo vom «Grossen Steuermann» Mao Dsedong (1893-1976) ohne Glimmstengel. Auch der grosse Revolutionär und Reformer Deng Xiaoping (1904 - 1997) war Tabak-abhängig, rauchte die Zigaretten der sündhaften teuren heimischen Marke «Panda» und gab erst auf Anraten seiner Frau im hohen Alter von 84 Jahren das Rauchen auf. Der heutige Staats-, Partei- und Militärchef Xi Jinping wurde von den Medien hingegen noch nie rauchend ertappt und ist wohl ein bekennender Nichtraucher. Nicht von ungefähr.

320 Millionen Raucher

China ist auch nach unzähligen Anti-Raucher-Kampagnen seit 1987 noch immer weltweit der grösste Tabakproduzent und Tabakkonsument. Alarmierend zudem, dass Jugendliche immer jünger mit Rauchen beginnen. Nach neuesten offiziellen Angaben gibt es heute in China rund 320 Millionen Raucher, 15 Millionen mehr als vor fünf Jahren. Doch nicht nur die Zahl der Raucher hat zugenommen. Die Raucher rauchen auch mehr, statistisch gesehen 15,2 Zigaretten pro Tag, eine mehr als vor fünf Jahren. Rauchen ist zudem eine Macho-Gewohnheit: 52 Prozent aller Männer sind der Zigarette verfallen, während es bei den Frauen nur 2,7 Prozent sind.

China zahlt einen hohen Preis. 1,36 Millionen Tote pro Jahr sind zu beklagen, die an Raucher-Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenkrebs oder chronische Atembeschwerden gestorben sind. Wenn dem Rauchen nicht bald Einhalt geboten werden kann, werden nach einer gemeinsamen Studie der Chinesischen Akademie für Medizin und der Universität Oxford im Jahre 2030 zwei Millionen und Mitte des Jahrhunderts gar drei Millionen Chinesen pro Jahr an Raucher-Krankheiten sterben. Der Repräsentant der Weltgesundheits-Organisation (WHO) in China, Bernhard Schwartländer, wird dazu in der englischsprachigen Regierungszeitung «China Daily» mit folgenden Worten zitiert: «Millionen von Söhnen,Brüdern, Ehegatten, Vätern, Kollegen und Freunden könnten einen komplett verhütbaren Tod erleiden».

Hohe Bussen, 1000 Kontrolleure

Was tun? Sechzehn Städte, darunter natürlich die Hauptstadt Peking, haben rigorose Anti-Raucher-Massnahmen erlassen. In öffentlichen Gebäuden, Büros, Kinos, Karaokeklubs, am Arbeitsplatz, in Restaurants, Sportstadien, Hotels, der Untergrundbahn, in Bussen und Eisenbahnen und in Spitälern und Schulen sowieso. Hohe Bussen werden angedroht, chinesisch und deutlich überall angebracht. Zum Beispiel im Hochhaus, wo Ihr Korrespondent wohnt. Dort wird am Eingang auf einem unübersehbaren kleinen Plakat darauf hingewiesen, dass ein ertappter Raucher innerhalb des Gebäudes mit 200 Yuan (30 Franken) gebüsst wird, eine Firma dagegen muss mit einer Strafe von bis zu 8'000 Yuan (rund 1'200 Franken) rechnen. Nur eben, an der Durchsetzung mangelt es. Kaum erstaunlich, denn nur etwas mehr als tausend Kontrolleure sind abgestellt für die 22-Millionen-Metropole. Die Nachtwache im Hochhaus zum Beispiel zieht genüsslich an der Zigarette, wie wenn nichts geschehen wäre. Auch in der Stammkneipe Ihres Korrespondenten wird nach wie vor geraucht, dass es seine Art hat. Anderswo wird, wie man den Lokalzeitungen entnehmen kann, hin und wieder ein Raucher auf frischem Lungenzug erwischt.

Höhere Tabaksteuern

Im (chinesischen) neuen Jahr des Affen soll nun ein landesweites Gesetz dafür sorgen, dass das Rauchen im Reich der Mitte wenn nicht ein Ende hat, so doch erheblich reduziert wird. Besonders bei der Jugend. Das Tabak-Reklame-Verbot soll endlich durchgesetzt werden, ebenso ein landesweiter Rauchbann in ausnahmslos allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen sowie drastische Hinweise in Wort und Bild auf allen Zigarettenpackungen. In der Regierungszeitung «China Daily» durfte der China-WHO-Vertreter die Lage kommentieren. «Wenn der Tabak-Gebrauch nicht signifikant reduziert wird», schreibt er, «werden die wirtschaftlichen und sozialen Folgen auf eine schnell alternde Gesellschaft schwerwiegend sein». Als Allheilmittel werden regelmässige Steuererhöhungen vorgeschlagen: «Höhere Tabaksteuern helfen nicht nur den Rauchern, ihre Gewohnheit aufzugeben, sondern sie tragen entscheidend dazu bei, zu verhindern, dass die nächste, die junge Generation überhaupt mit dem Rauchen anfängt».

Die chinesische Tabaksteuer wurde erst im vergangenen Juli von fünf auf elf Prozent ziemlich drastisch erhöht. Doch die Theorie «Höhere Tabaksteuern, weniger Raucher» geht nicht immer auf. Die WHO zitiert zwar die Philippinen als gutes Beispiel, wo die sogenannten «Sünden»-Steuer zu leicht weniger Rauchern geführt hat. Doch die sündhafte Steuer betrifft nicht nur den Tabak, sondern eben auch den Alkohol. Im Reich der Mitte stellt nun «China Daily» fest: «Höhere Tabaksteuern tragen wenig zur Veränderung der Rauchgewohnheiten bei», und folgert im Einklang mit WHO-Empfehlungen, dass neben höheren Steuern andere Massnahmen, zumal in der Erziehung, dringend nötig sind.

Neue Zigarettenprodukte

Aber eben, in China wie anderswo ist Tabak noch immer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben von «China Daily» generierte die Tabakindustrie vor zwei Jahren 956 Milliarden Yuan (rund 150 Mrd. Franken) an Steuern und Gewinnen. Deshalb kommen auch immer neue Zigarettenprodukte auf den Markt, in den letzten Jahren insbesondere die dünnen und ultradünnen Zigaretten. Ling Chengxing, Chef des Tabak-Staatsmonopols, erklärte so ganz businesslike und selbstverständlich der amtlichen Nachrichten-Agentur Xinhua (Neues China), dass diese neue Art von Zigaretten die «Verbraucher-Trends und der Tabak Produkte-Innovation» widerspiegelten. Zudem seien die Dünn-Zigaretten billiger und weniger schädlich als die traditionellen Glimmstengel. Kurz, laut Ling haben die neuen Zigaretten ein «riesengrosses Marktpotential». Das mag so sein.

Doch Xu Guihua, Stellvertretende Vorsitzende der Chinesischen Tabak-Kontroll-Vereinigung, widerspricht, bezeichnet die neuen Zigaretten als «Marketing-Betrug» und merkt laut Xinhua an: «Es gibt nicht so etwas wie eine 'sichere' Zigarette, so dünn sie auch immer sei».


 Kommentare 
Ihre Meinung interessiert uns. Machen Sie mit und diskutieren Sie aktiv mit anderen nachrichten.ch Lesern.
» Ihr Kommentar


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Patrik Etschmayer
Gute alte Zeit? Warum die Türe zu bleiben muss!


Peter Achten / Peking
Modell für die ganze Welt?


Regula Stämpfli
Es ändert sich nichts


Patrik Etschmayer
GA-CH: Das Halb-Millionen-Franken Schnäppchen


Peter Achten / Peking
Die Grosse Unordnung


Regula Stämpfli
Markt für Flüchtlinge


Patrik Etschmayer
ROSS for Bundesrat?


Peter Achten
«Verantwortungsvoller Atomstaat»


Regula Stämpfli
Armeechefs ohne Demokratie


Patrik Etschmayer
Tipps zum sicheren Abheben


Peter Achten / Peking
Das Jianbing-Staatsgeheimnis


Regula Stämpfli
Abschied von der Konkordanzschweiz


Peter Achten / Peking
Golf mit proletarischem Schwung


Patrik Etschmayer
Die wahren Verfolgten


Regula Stämpfli
Konzernrecht bricht Verfassungsrecht


Patrik Etschmayer
Initiative für die bedingungslose Briefkastenfirma


Peter Achten / Hanoi
Pho von Frau Lam


Regula Stämpfli
Sozialsystem oder Bedingungslosigkeit


Patrik Etschmayer
Drápas für Diktatoren


Peter Achten / Peking
Krasser SwissTaste


Regula Stämpfli
Maurer-Papers: Volksvertreter? Bankensprecher!


Patrik Etschmayer
Regierung oder Waschmaschine?


Peter Achten / Peking
«Das sind keine Träume»


Regula Stämpfli
Bürokratische Monster


Patrik Etschmayer
Tun als ob ... oder einfach tun, ganz ohne 'ob'


Peter Achten / Peking
Eisenbahn der Superlative


Regula Stämpfli
Kontrollieren mich die Tatsachen?*


Patrik Etschmayer
Erdowie, Erdowo, Erdowan!


Peter Achten / Peking
«Rücksichtslos die Axt anlegen»


Regula Stämpfli
Kampf der Kulturen? Welche Kultur denn?


Patrik Etschmayer
Kurssprung der Angst-Aktien


Peter Achten / Peking
Kleines Geschäftchen in der Grossen Halle


Regula Stämpfli
Lobbys machen Lobbykritik


Patrik Etschmayer
Alternative für Drumpf!


Peter Achten / Peking
Realpolitik pur


Regula Stämpfli
Ideologischer Mehltau


Patrik Etschmayer
Gebrauchtwagenhändler als Präsident!


Peter Achten, Bejing
Probleme im Tiefwasser


Regula Stämpfli
Geldsorgen gefährden Ihre Gesundheit


Patrik Etschmayer
SVP lanciert Ende Jahr EAI (Eliten-Ausschaffungs-Initiative)


Peter Achten / Peking
«Wir sind absolut loyal!»



Saudi-Arabien: Franken hui -Flüchtlinge pfui


Patrik Etschmayer
Und alle zusammen: ChuchiCHexit!


Peter Achten / Peking
«Sehnsucht nach Fussball»


Regula Stämpfli
Frauenkörper und Politik


Patrik Etschmayer
Die 500-Euro Frage


Peter Achten
Neunerprobe für die «Lady»


Regula Stämpfli
Rassismus für Glaubwürdige


Patrik Etschmayer
Hassen in der Blase


Peter Achten / Peking
Affen-Kälte - Affen-Hitze


Regula Stämpfli
Schiessbefehl gegen Journalisten


Patrik Etschmayer
Die Quartals-Realität


Peter Achten
Politisch korrekt und stabil


Regula Stämpfli
Demokratie geht immer


Patrik Etschmayer
Reppy for President?


Regula Stämpfli
Der Politologe schützt das Volk


Patrik Etschmayer
«Keine Präsenz ohne Honorar»


Peter Achten / Peking
Status Quo mit Distanz


Regula Stämpfli
Im Bett mit Varoufakis


Patrik Etschmayer
Wenn der Bösewicht kein «Joker» ist


Peter Achten / Peking
Regionaler Morast in Ostasien


Regula Stämpfli
Speichelpolizei Bern


Patrik Etschmayer
Wenn der Rand ins Zentrum schleicht


Peter Achten / Peking
Tief einatmen!


Regula Stämpfli
Die Vorteile von Menschen mit Menstruationshintergrund


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 2


Peter Achten / Peking
Le Petit Prince à la chinoise


Regula Stämpfli
UBER-Lösung: Die Deklaration der Daten-Unabhängigkeit


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 1


Peter Achten / Peking
Hong Kong: Pressefreiheit in Gefahr?


Regula Stämpfli
Die Zeichensprache des Bösen


Patrik Etschmayer
Wo die Wahrheit zum Sterben hin geht


Peter Achten / Peking
Roter Wahlabend in Peking


Regula Stämpfli
Gewählt ist: Hashtag


Patrik Etschmayer
Die faschistische Internationale auf dem Vormarsch


Peter Achten / Peking
Kohl und Kohle - Atemlos


Regula Stämpfli
Einmal Lüge, immer Lüge


Patrik Etschmayer
Sparen wir die Zukunft weg!


Peter Achten / Peking
Der rosarote Hunderter


Regula Stämpfli
Phänomenomics(TM): Viagra übernimmt Botox


Patrik Etschmayer
Mauern mit Donald


Peter Achten
Xi, Obama und das «Great Game»


Regula Stämpfli
Mörderische Ordnungsprinzipien


Patrik Etschmayer
Die Geier des Grauens


Regula Stämpfli
Die Gegenwart der Geschichte


Peter Achten
Dritter Anlauf zur Demokratie



Alles an seinen Platz


Peter Achten / Peking
Nach dem Holz- der Kohle-Ausstieg?


Regula Stämpfli
«Haha» sagt der Clown: Über Dämonen in der Politik


Patrik Etschmayer
Die Suche nach dem Homosexualitäts-Gen: Schwachsinn oder Notwendigkeit?


Peter Achten / Peking
«Es gibt keine Abkürzungen»


Regula Stämpfli
#Wurstgate&Biopolitik


Patrik Etschmayer
Weltuntergangsbeleuchtung oder Chance?


Peter Achten / Peking
Kai Dang Ku - Windelweich


Regula Stämpfli
Rechts«rutsch» dank Finanzkrise


Patrik Etschmayer
Blocher-Clan


Peter Achten / Peking
Grenzen der Armut


Regula Stämpfli
Marke Schweiz: Frauenverhöhnung


Patrik Etschmayer
Akrasia und die Krisen


Peter Achten / Peking
Zwei-Kind-Familienpolitik?