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Kolumne


Kurssprung der Angst-Aktien

Patrik Etschmayer / Dienstag, 22. März 2016

Faktenpolitik hat ausgedient. Wenn jetzt Unwohlfühlkandidaten wie Donald Trump und Unwohlfühlparteien wie die AfD Erfolg haben, dann liegt es nicht zuletzt daran, dass diese politischen Akteure die Grosshirnrinde aus der Gleichung entfernen und direkt ans limbische System appellieren, genau wie dies auch Terroristen tun. Die Definition des limbischen Systems auf Wikipedia lautet in etwa: «[Es]. ist eine Funktionseinheit des Gehirns, die der Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Dem limbischen System werden auch intellektuelle Leistungen zugesprochen.»

Natürlich ist alles ein wenig komplexer, wie man denn auch in den nachfolgenden Zeilen des Eintrages lesen kann. Doch zum limbischen System werden so manche Teile des Hirns gezählt, welche für die Angst- und Emotionsverarbeitung entscheidend sind.

Dabei ist Angst eine der stärksten, wenn nicht sogar die stärkste Emotion, die es gibt. Diese Emotion ist quer durchs Tierreich eine Grundkonstante und je Beute desto mehr. Nun mag der Mensch heute das Top-Raubtier der Welt sein, dass es schafft, auch die grössten Raubtiere effektiv zu vernichten, doch entwicklungsgeschichtlich sind wir immer noch damit belastet, Säbelzahntigersnack zu sein.

Ein unbewaffneter Mensch ist verdammt wehrlos. Oder würden Sie sich mit einem weiblichen Puma (etwa 40 kg schwer) anlegen? Eher nicht. Ein gleich schwerer Schimpanse würde jeden Schwergewichtsboxer zerlegen. Und fangen wir gar nicht mit Braunbären oder gar Tigern an. Wir wären ohne unsere kulturellen Errungenschaften wirklich nichts als Raubtier-Nahrung. Und selbst Homo Erectus war mindestens so sehr Jäger wie Gejagter. Und alle Hominiden, die vor dem Homo Erectus auf der Welt unterwegs waren - und somit während Millionen Jahren seit dem Ende des Zeitalters der Dinosaurier - waren ganz klar auf der Beuteseite einzuordnen.

Angst zu haben, und zwar jede Menge davon, war ein entscheidender Selektionsvorteil für die kleinen, aufrecht gehenden Vor-Menschen. Zu denken, dass das Rascheln im Gebüsch ein Raubtier und nicht ein Eichhörnchen ist, war einst ganz klar von Vorteil, wollte man den nächsten Tag erleben. Es ist bestimmt kein Zufall, dass Angststörungen unter den psychischen Störungen ganz oben auf der Hitliste stehen. Wir sind dafür prädestiniert, obwohl es gar nicht mehr sein müsste, wenn manche Menschen dies nicht wollten.

Doch Angst nicht zu erzeugen und zu kultivieren wäre für eine hierarchische Gesellschaft ein Versäumnis erster Güte. Sobald die Bedrohung aus der Natur nicht mehr existierte, wurde sie in anderen Menschen verortet. Klar definierte Feinde waren zum Beispiel für Religionen immer schon ein Geschenk Gottes, bzw. der Götter. Sie einten Menschen mit an sich unterschiedlichen Absichten im Interesse der Stammes-Führung im Kampf gegen «die anderen».

Aus den Stämmen wurden irgendwann Staaten und Nationen, die meisten mit einer religiösen oder mythischen Unterfütterung, die zuverlässig dem Gut-Böse-Schema zu Diensten war. Doch - so sollte man meinen - Aufklärung, Vernunft und die Möglichkeit, jederzeit Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen zu können, sollten uns doch davor bewahren, durch irrationale Angst gesteuert zu werden. Und für eine gewisse Zeit sah es auch so aus, als wäre dies möglich.

Doch genau das Gegenteil passiert. Seit 15 Jahren hat Angst Bildung, Wissen und Vernunft als Leitwährung des alltäglichen Diskurses ersetzt, obwohl durchaus berechtigt auch argumentiert werden kann, dass sogar seit dem Ersten Weltkrieg Angst statt Fortschritt das Leitmotiv der Menschheit ist. Seit 2001 wird die Angst vor Terrorismus sowohl von Terroristen wie auch von Regierungen als der wahre Goldstandard geschätzt.

Ebenso wirksam wie die schrille Angst vor Terror ist die ökonomische Unsicherheit. Die ständige Furcht vor wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Abstieg, vor allem von normalen Arbeitern und Angestellten, und das Abschieben der Schuld dafür auf «Andere» ist das unablässige Summen im Hintergrund. Dieser Geräuschteppich der Angst, der bewusst schon fast nicht mehr wahrgenommen wird, durchdringt den gesellschaftlichen Diskurs und potenziert Terrorattacken, wie jene, die gerade heute (als diese Kolumne geschrieben wird) stattfindet, von erschreckend auf das Niveau von völliger Panik.

Und dies ist genau Ziel und Zweck. Extremisten profitieren immer von einer Radikalisierung der Gesellschaft - und heutzutage wird diese Angst durch soziale Medien in Echtzeit weltweit vervielfacht. Wenn sich jetzt in Brüssel fünf Radikalidioten in die Luft jagten, werden selbst 2000 km weit entfernt Menschen, die fremdländisch aussehen, automatisch mit mehr Angst und Feindseligkeit konfrontiert werden. Dabei ist es ganz egal, wie wenig sie mit den Terroristen am Hut haben.

Von den Terrorattacken werden denn wieder AfD, Front National und Trump, Hassprediger, ISIS und andere religiöse Scharfmacher profitieren, während die verständlichen Reaktionen der Staaten aus Notstand, Einschränkung der Bürgerrechte und der Freiheiten aller Menschen bestehen werden.

Die Angst-Aktien haben heute wieder einen massiven Kurssprung gemacht. Angst und Wut werden das Handeln bestimmen, das limbische System die Schalthebel der Macht betätigen. Für all jene, die mit radikalen Parolen diese erringen, mit Angst die Welt verunstalten wollen, sind dies schrecklich wunderbare Zeiten.


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