Helfer der US- Entwicklungsbehörde USAID hatten die Spielgeräte mit ihren Botschaften in den Sprachen Dari und Paschtu verteilt. Der Student Munib Helal liess ein rosa Exemplar steigen - mit der Aufschrift «Schlechte Taten führen zu noch schlechteren Konsequenzen». Helal steht hinter der Aussage.
«Ich denke, das ist eine nützliche Botschaft für alle», sagt der 19-Jährige. Unter dem Regime der radikal-islamischen Taliban war der Nationalsport des Drachen-Steigens verboten. Inzwischen klettern wieder Hunderte Jungen und Männer freitagnachmittags auf einen Hügel über Kabul, um ihre Drachen steigen zu lassen.
Von Marc Forster verfilmt
Häufig liefern sie sich erbitterte Wettkämpfe.
Bis es die Taliban verboten, waren Drachenwettkämpfe afghanischer Nationalsport /


Dabei werden die Drachenschnüre so mit Glas präpariert, dass sie die Leinen der gegnerischen Drachen durchschneiden können.
Der Schriftsteller Khaled Hosseini setzte dem Sport 2003 in seinem Bestseller «Der Drachenläufer» ein Denkmal. 2007 brachte der Schweizer Regisseur Marc Forster den Film «The Kite Runner» ins Kino. USAID will das Drachen-Projekt ab der kommenden Woche auch in der Provinz Herat und anderen Regionen des Landes steigen lassen.
30 Prozent Analphabeten
An einigen Afghanen geht die demokratiefreundliche Botschaft allerdings vorbei. Weniger als 30 Prozent der Menschen in dem Land, das zu den ärmsten der Welt zählt, können lesen und schreiben.
«Ich habe keine Ahnung, was da draufsteht», sagt der 14-jährige Mechaniker Mohammad Wasil, während er seinen Drachen mit der Aufschrift «Männer und Frauen haben ein Recht auf Bildung» behutsam im Arm wiegt: «Ich mag es einfach, wenn ich ihn am Himmel sehe. Es macht mich glücklich.»