Sie folgt ihrem Vater Jean-Marie Le Pen, der nach fast vierzig Jahren sein Amt wunschgemäss an seine Tochter weitergeben konnte.
Bei ihrem Einzug in die Kongresshalle im westfranzösischen Tours wurde die Juristin von rund 2000 Anhängern frenetisch gefeiert. Auch landesweite Umfragen räumen Marine Le Pen hohe Sympathiewerte ein. Die 42-Jährige wird auch bei der Präsidentschaftswahl 2012 in Frankreich für die Front National antreten.
Abschied des Übervaters
Am Samstag hatte sich Jean-Marie Le Pen in seiner Abschiedsrede als Opfer der «Meinungspolizei» stilisiert.
Marine Le Pen. /


Der Parteigründer sagte, alle seine Äusserungen seien «verfälscht worden».
Der 82-jährige Jurist wurde mehrfach wegen rassistischer Äusserungen und der Verharmlosung von Naziverbrechen verurteilt, weil er beispielsweise die Gaskammern des zweiten Weltkrieges zu einem Detail der Geschichte erklärte.
«Ich vertraue Ihnen das Schicksal unserer Bewegung an», rief er den Anhängern in Tours zu. Seine Rede machte deutlich, wie wenig sich die Partei in ihrer fast vierzigjähriger Existenz von ihren rechtsextremen Ansichten verabschiedet hat.
So wurde auch ein Journalist des Fernsehsenders France 24 nach eigenen Aussagen gewaltsam von der privaten Abendfeier der Partei entfernt und vom Sicherheitspersonal misshandelt.