Erdogan lehnte Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm entschieden ab. «Wir glauben, dass Sanktionen keine richtige Lösung sind», sagte er nach dem knapp zweistündigen Gespräch am Montag in Ankara.
Angela Merkel ist eher ablehnend gegenüber einem schnellen EU-Beitritt der Türkei. (Archivbild) /


Die wichtigste Lösungsmöglichkeit sei die Diplomatie.
Erdogan verwies auf die besonders engen Beziehungen zum Nachbarland Iran, mit dem die Türkei eine jahrhundertelange Geschichte und Freundschaft verbinde. Dazu, wie sich die Türkei verhalten wird, falls im UNO-Sicherheitsrat über Sanktionen gegen den Iran abgestimmt werde, äusserte sich Erdogan ausweichend.
Merkel zu Iran: Deutliche Schritte, sonst Sanktionen
Merkel wiederholte ihre Position, wonach Deutschland in der UNO für Sanktionen gegen den Iran eintreten werde, «wenn der Iran nicht in der nächsten Zeit - und das Zeitfenster verkürzt sich - auch deutliche Schritte macht».
Auch beim Thema EU fanden sich die beiden Länder nicht: Merkel bekräftigte nach dem Gespräch die unterschiedlichen Vorstellungen beider Regierungen zur Frage eines EU-Beitritts der Türkei.
Beitrittsverhandlungen sollen fortgesetzt werden
Doch sollen die Beitrittsverhandlungen über eine Vollmitgliedschaft der Türkei trotz den unterschiedlichen Auffassungen fortgesetzt werden, sagte Merkel. Sie verband ihre Unterstützung aber mit dem Hinweis, dass sich die Türkei intensiver als bisher um das Thema Zypern kümmern müssen.
Merkel hatte in der vergangenen Woche als Modell einer «privilegierten Partnerschaft» vorgeschlagen, die EU und die Türkei sollten sich auf 28 der insgesamt 35 Verhandlungskapitel der Beitrittsverhandlungen einigen. Erdogan wies dies umgehend zurück, der Ton in dieser Auseinandersetzung war teilweise sehr scharf.