Nichts desto trotz hielten sich die Auswirkungen auf grosse Unternehmen bislang in Grenzen. Das könnte sich nun jedoch ändern, berichtet der Branchendienst «Forbes» .
Unternehmen überdenken Engagement
Wichtige US-Unternehmen seien nervös geworden, einige bereits dabei, ihre Tätigkeiten in Mexiko zu überdenken. Die grösste Angst sei ein weiteres Aufflammen der Gewalt in Monterrey, Mexikos wohlhabendster Stadt und Wirtschaftszentrum des Landes. Im April hatten fünfzig maskierte und bewaffnete Männer ein Hotel in Monterrey gestürmt und mehrere Gäste als Geiseln genommen.
Niemand sei immun, heisst es nun aus Insiderkreisen. Viele der Geschäftsleute seien bereits direkt mit der Gewalt des Drogenkriegs in Kontakt gekommen.
Der mexikanische Präsident Felipe Calderon. /


Warenlieferungen würden regelmässig abgefangen, die Fahrzeuge entweder verkauft oder für Drogentransporte missbraucht.
Vier Führungskräfte gekidnappt
Doch auch die Geschäftsleute selbst sind Ziel des organisierten Verbrechens. So berichtete eine mexikanische Zeitung, dass seit März vier Führungskräfte des mexikanischen Ölproduzenten Pemex gekidnappt worden wären. Die Lage in Monterrey, dem Standort mehrere internationaler Firmenhauptquartiere, habe sich entscheidend verändert, zitiert Forbes einen Berater von Altegrity Risk International, der anonym bleiben will.
Auf mexikanischer Seite kämpfen 50'000 Soldaten gegen das organisierte Verbrechen, mit voller Unterstützung der USA. Nun sollen die Sicherheitskräfte im Rahmen der Merida Initiative erneut mit 1,3 Mrd. US-Dollar verstärkt werden. In einer gemeinsamen Anstrengung der mexikanischen und der US-Regierung sollen die Drogenkartelle in die Knie gezwungen werden. Bislang tobt der Drogenkrieg jedoch weiter.