Die Stadt Zürich ist bekannt für ihren See und die Banken, die Bahnhofstrasse und die Street Parade. In der Schweiz und immer öfters auch im Ausland ist die grösste Stadt des Landes aber zunehmend auch berühmt für das florierende Sexgewerbe.
Für Bruno Sauter, Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA), ist der Ruf als «Sexmeile der Schweiz» mittlerweile «klar imageschädigend», wie er am Freitag vor den Medien erklärte.
Die Situation in den Etablissements, beispielsweise an der Langstrasse, sei ja noch einigermassen geregelt. Rufschädigend ist für den Amtsleiter aber der Strassenstrich am Sihlquai im Kreis 5, wo sich mehrheitlich Ungarinnen und Rumäninnen für schnellen Sex im Auto oder in einer Seitenstrasse anbieten.
Der Konkurrenzkampf am Sihlquai wird immer härter. (Archivbild) /


Alleine im Januar 2010 haben sich beim AWA 495 Prostituierte neu angemeldet. 416 davon gaben als künftigen Arbeitsort ein Etablissement an, 14 einen Privatclub, 65 jedoch den Strassenstrich am Sihlquai. Weil dieser nur 1,2 Kilometer Meter lang ist, wird der Konkurrenzkampf immer härter.
Verbieten kann die Stadt den Strich nicht, denn Prostitution ist legal und solange sich die Frauen an den so genannten Strichplan halten, können sie von der Polizei nicht weggewiesen werden.
Im Strichplan eingezeichnet sind jene Strassen, an denen das Sexgewerbe erlaubt ist, hauptsächlich Ausfallstrassen und Industriezonen, aber auch edlere Adressen wie etwa das Limmatquai und die Talstrasse beim Paradeplatz. Weil das Sihlquai bei den Freiern aber schon bekannt ist, werden diese kaum genutzt.