«Es gibt kaum Zweifel daran, dass es jetzt für alle Länder die Notwendigkeit einer glaubhaften Strategie zur Konsolidierung der Finanzen gibt», schreibt Trichet. «Jetzt ist die Zeit gekommen, die Haushalte wieder nachhaltig auf solide Grundlagen zu stellen.» Damit sollten sich die Staaten auf künftige Krisen vorbereiten.
Bernanke will am Wochenende nach Europa reisen, um mit seinen Kollegen über die richtigen Folgerungen aus der Schuldenkrise zu beraten. Er hatte am Mittwoch in einer Anhörung im US-Kongress die Aussichten für die US-Konjunktur als «ungewöhnlich unsicher» bezeichnet.
Die Fed stehe bereit, der Wirtschaft notfalls weiter unter die Arme zu greifen.
Sparkurs trotz robuster Erholung: Claude Trichet. /


Europa sei beim Kampf gegen die Haushaltsdefizite ziemlich aggressiv vorangegangen. Er warnte davor, die Konjunkturprogramme zu schnell einzustellen.
Trichet sieht angesichts der robusten Erholung eine geringe Gefahr, dass durch den Sparkurs der Regierungen die Wirtschaft erneut in eine Rezession abgleiten könnte.
Die Geschichte zeige, dass die kurzfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft gering seien, vorausgesetzt, der Sparkurs stehe in Einklang mit umfassenden Reformen, schreibt Trichet. Dabei sei es besser, die Ausgaben zu kappen als die Steuern zu erhöhen.
Die Stabilität des Wirtschaftssystems hänge von der Möglichkeit der öffentlichen Hand ab, in Krisen einzuschreiten, bekräftigte er die Notwendigkeit zu sparen. «Wir erleben aber derzeit eine Verschlechterung der Haushaltslage, die in dieser Stärke und diesem geografischen Geltungsbereich noch nie dagewesen ist.»