Holbrooke war bei einem Treffen mit US-Aussenministerin Hillary Clinton am Freitagmorgen zusammengebrochen und dann 20 Stunden lang operiert worden. Sein Gesundheitszustand blieb aber kritisch und besserte sich nicht mehr.
US-Präsident Barack Obama würdigte Holbrooke als grossen Patrioten und «Riesen der amerikanischen Aussenpolitik». Das Leben von Millionen Menschen auf der ganzen Welt sei durch Holbrookes unermüdlichen Einsatz sicherer geworden, sagte Obama.
Chefarchitekt des Dayton-Abkommens
Holbrooke galt als einer der profiliertesten US-Vermittler. Nach seinem Universitätsabschluss trat er seinen ersten aussenpolitischen Posten noch 1962 in Vietnam an.
Danach amtierte er als Botschafter unter anderem in Deutschland und bei der UNO. Während seiner fünf Jahrzehnte währenden Karriere wurde er sieben Mal für den Friedensnobelpreis nominiert.
Richard Holbrooke. /


International bekannt wurde Holbrooke in den 90er Jahren als US-Sondergesandter für den Balkan. Er gilt als Chefarchitekt des Dayton-Abkommens von November 1995, mit dem der Bosnienkrieg beendet wurde.
Obama machte Holbrooke zu seinem Sondergesandten für die Krisenregion in Afghanistan und Pakistan. Das Amt zwang Holbrooke zu zahlreichen Reisen. Bereits im April hatte sein Gesundheitszustand Besorgnis ausgelöst.
Karsai reagiert knapp auf Holbrookes Tod
Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat sich in einer knappen Mitteilung «betrübt» über den Tod des US-Sondergesandten Richard Holbrooke gezeigt. Das Verhältnis zwischen Karsai und dem US-Sondergesandten für Afghanistan und Pakistan war angespannt.
In der kurzen Mitteilung des Präsidentenpalastes hiess es am Dienstag, Karsai habe Holbrooke als erfahrenen Diplomaten bezeichnet, «der der Regierung und dem Volk der Vereinigten Staaten in hohem Masse diente». Auf Errungenschaften Holbrookes in Afghanistan geht die Mitteilung nicht ein.