Medwedew bezeichnete am Montag vor ranghohen Beamten im Kreml die jüngsten ethnischen Spannungen als «tödliche Gefahr» für sein Land. Sollte die Regierung den gewalttätigen Nationalismus nicht stoppen können, drohe das Land auseinanderzubrechen.
Medwedew forderte, auch die Gouverneure in den Teilrepubliken müssten enger mit den ethnischen Gruppen zusammenarbeiten. «Ethnische Konflikte sind äusserst gefährlich», sagte der Staatschef.
Dmitri Medwedew warnt vor gewalttätigem Nationalismus. /


«Wir können nicht zulassen, dass einige Schwachköpfe unser gemeinsames Zuhause zerstören.» In Russland gibt es rund 180 ethnische Minderheiten.
Vor drei Tagen hatte Medwedew im Staatsfernsehen Putin für dessen Einmischung in den Prozess gegen den inhaftierten Kremlkritiker Michail Chodorkowski kritisiert. Putin hatte kürzlich ebenfalls im TV eine neue Strafe für Chodorkowski gefordert, der 218 Millionen Tonnen Öl unterschlagen haben soll.
Die erneute öffentliche Meinungsverschiedenheit dürfte Spekulationen über Spannungen zwischen den beiden Politikern vor der nächsten Präsidentenwahl im Jahr 2012 anheizen. Beide betonen bislang Einmütigkeit und haben erklärt, sie würden sich darauf einigen, wer als Staatschef kandidieren soll, damit sie nicht gegeneinander antreten.
Nach dem Mord an einem jungen Fussballfan waren Nationalisten vor zwei Wochen auf die Strasse gegangen und hatten Slogans wie «Russland den Russen» skandiert und Kaukasier verprügelt. Bei einer anschliessenden Strassenschlacht zwischen Hooligans und der Polizei in der Nähe des Kremls waren mehr als 30 Menschen verletzt worden.