Der Reformpolitiker kündigte zugleich an, sich an den Protestaktionen in seinem Heimatland zu beteiligen. Er wolle allerdings die Demonstrationen nicht anführen. Der Nobelpreisträger erwartet nach eigenem Bekunden für Freitag Grossdemonstrationen in ganz Ägypten.
El-Baradei wird noch am Donnerstagabend in seiner Heimat zurückerwartet. Der international anerkannte Diplomat lebt derzeit in Wien. Er gilt als möglicher Herausforderer von Staatschef Mubarak bei der Präsidentenwahl Herbst dieses Jahres. El-Baradei hat sich in der Vergangenheit für politische Reformen in Ägypten ausgesprochen.
Über den Internetdienst für Kurzbotschaften, Twitter, erklärte El-Baradei am Donnerstag, die Demonstranten würden ihr «Recht, friedlich zu demonstrieren, um unsere Freiheit und Würde wiederzufinden, weiterhin ausüben».
Mohamed El-Baradei am WEF 2007 (Archivbild). /

Keine Reaktion
Die Führung in Ägypten unter Präsident Mubarak schweigt derweil weiter zu den anhaltenden Protesten. Das einzige Zugeständnis war am Donnerstag eine Meldung der staatlichen Medien, wonach das Parlament am kommenden Sonntag über Massnahmen zur Armutsbekämpfung debattieren soll.
Weiter sollen eine Anhebung des staatlichen Mindestlohnes und eine bessere Gesundheitsversorgung thematisiert werden. Die Führung ist bemüht, die Demonstrationen nicht als politische Herausforderung zu betrachten, sondern als Sicherheitsproblem.
Für Donnerstag sind weitere Kundgebungen angekündigt. Der Donnerstag werde «kein Urlaubstag werden», erklärte die pro-demokratische «Bewegung des 6. April» auf der Internet-Plattform Facebook. «Die Aktion auf den Strassen wird weitergehen.»
Zusammenstösse in der Nacht
In der Nacht zum Donnerstag war es erneut zu heftigen Protesten mit Dutzenden Verletzten in Kairo und auf dem Sinai gekommen. Nach Angaben von Krankenhausärzten wurden bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei in Kairo und Suez ein Polizist und ein Demonstrant getötet.