Malta jedoch habe Italien zum Eingreifen aufgerufen und behauptet, keine Schiffe zur Verfügung zu haben, um den in Seenot geratenen Migranten zu helfen, sagte Maroni vor dem Parlament in Rom.
«Wir haben sofort eingegriffen und haben viele Menschenleben retten können. Mit Malta bleibt das Problem der Flüchtlingshilfe offen. In den vergangenen Jahren ist es mit der maltesischen Regierung über diesen Aspekt oft zu Streit gekommen», sagte er.
Suche nach Überlebenden
Trotz des Streits auf politischer Ebene suchten die Küstenwachen der beiden Länder auch am Donnerstag gemeinsam nach Überlebenden. Wie das Hafenamt von Lampedusa mitteilte, stieg die Zahl der Geretteten inzwischen auf 53.
Die Hoffnung, weitere Überlebende bergen zu können, sei aber gering.
Ein heftiger Sturm riss bis zu 250 Bootsflüchtlinge in den Tod. /


«Aber man darf nichts unversucht lassen», erklärte der Kommandant der Küstenwache, Pietro Carosia: «Unsere Hoffnung ist es, vielleicht noch jemand zu finden, der sich an einem Wrackteil festklammern konnte».
Fischkutter mit 300 Insassen
Die Behörden befürchten, dass beim Kentern eines libyschen Flüchtlingsschiffes in der Nacht zum Mittwoch zwischen Malta und Lampedusa bis zu 250 Menschen ertrunken sind. Der nur 13 Meter lange Fischkutter war nach zwei- bis dreitägiger Seereise völlig überladen in einen schweren Sturm geraten.
Die Geretteten wurden nach Lampedusa gebracht und dort versorgt. Sie sollten am Donnerstag in ein Auffanglager in Italien verlegt werden. Die Opfer stammten aus Eritrea, Somalia, der Elfenbeinküste und weiteren Ländern Afrikas, berichtete das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR.
Bisher rund 26'000 Flüchtlinge
Nach Angaben eines Vertreters der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren rund 300 Menschen an Bord. Der IOM-Vertreter nannte diese Zahl, nachdem er mit Überlebenden gesprochen hatte.
Seit Beginn der Unruhen in Nordafrika erreichten nach Angaben des italienischen Innenministeriums über 26'000 vorwiegend tunesische Flüchtlinge die Insel Lampedusa.