«Es lag immer in seinem Kühlschrank», sagte der zweimal des Dopings überführte Hamilton. «Ich habe mehrfach gesehen, wie er sich gespritzt hat, das erste Mal vor seinem ersten Tour-Sieg 1999.» Armstrong habe damals einfach nur das getan, «was wir alle getan haben, fast das gesamte Peloton. EPO, Testosteron, Bluttransfusionen.» Armstrong wies die Anschuldigungen via Twitter zurück. «Eine Karriere über 20 Jahre. 500 Dopingkontrollen weltweit, im Wettbewerb und im Training. Niemals ein positiver Test. Der Fall ist erledigt», schrieb der 39-Jährige, der seine Laufbahn im Februar 2011 beendet hatte.
Lance Armstrong: «500 Dopingkontrollen weltweit. Niemals ein positiver Test. Der Fall ist erledigt» /


Hamilton ist nicht der einzige ehemalige Weggefährte Armstrongs, der dem Texaner jahrelangen Dopingmissbrauch vorwirft. Im vergangenen Jahr hatte Floyd Landis aus der gemeinsamen Zeit bei US Postal berichtet, Armstrong habe permanent und systematisch gedopt.
Hamilton trat im weiteren mit einem E-Mail an die Öffentlichkeit, in dem er ankündigte, am Sonntag in der US-Sendung «60 minutes» ein umfassendes Dopinggeständnis abzulegen. Dieses Geständnis, so schreibt Hamilton, sei überfällig. Im Zuge der staatlichen Untersuchung gegen Armstrong sei er im letzten Sommer zu einereidesstattlichen Aussage vor einer Grand Jury aufgeboten worden. Sechs Stunden lang sei er befragt worden und habe sich alles von der Seele geredet: «Ich kam mir vor, als sei in mir der Hoover-Damm gebrochen.» Er fühle sich unendlich erleichtert, dass er nichts anderes als die Wahrheit gesagt habe, gestand Hamilton in seinem Mail. Als zweiten Grund für sein Geständnis führte der Amerikaner seine Liebe für den Sport an.