Schon am Donnerstag hatten die serbischen Unterhändler von der KFOR verlangt, wieder serbische Beamte an den umstrittenen Grenzübergängen Jarinje und Brnjak zuzulassen. Demgegenüber hatte KFOR-Kommandant Erhard Bühler angekündigt, dort künftig Zöllner und Grenzpolizisten der Kosovo-Zentralregierung zu unterstützen.
Schätzungsweise 1000 Serben hatten am Freitagnachmittag bei der Ortschaft Zvecan eine KFOR-Kolonne blockiert, die zum abgebrannten Grenzübergang Jarinje fahren wollte.
Verhandlungen über Blockade und Grenzkontrolle
Über die Beseitigung der Blockaden aus Baumstämmen, Autopneus, Kies, Baumaschinen und Lastwagen verhandelten Bühler und der serbische Kosovo-Minister Goran Bogdanovic sowie Serbiens Chefunterhändler Stefanovic. Und verhandelt wurde auch darüber, wer die beiden Grenzübergänge künftig kontrolliert.
Kosovos Ministerpräsident Hashim Thaci wiederum will im Handelsstreit mit Serbien nicht nachgeben.
Krisenregion Kosovo: Die serbische Minderheit droht mit Strassenblockaden. /


Das Embargo für serbische Waren bleibe so lange bestehen, wie Serbien bei seiner Haltung gegenüber Kosovo bleibe, sagte er am Freitag im Kabinett.
Die kosovarische Regierung hatte am Montag eine Spezialeinheit an die Nordgrenze geschickt, um ein vergangene Woche verhängtes Importverbot für serbische Waren durchzusetzen. Die Regierung in Pristina reagierte damit auf seit der Unabhängigkeit des Kosovo bestehendes serbisches Importverbot.
Sondersitzung des serbischen Parlaments
Das serbische Parlament kommt am (morgigen) Samstag auf Antrag der Regierung zu einer Sondersitzung zum Thema Kosovo zusammen. Erwartet wird die Verurteilung der Regierung des Kosovo, weil diese mit Hilfe der KFOR an den Grenzen ihr ergebene Zöllner und Grenzpolizisten eingesetzt hatte.
Auf der anderen Seite geht es um den Dialog zwischen Belgrad und Pristina. Diese von der EU durchgesetzten Verhandlungen sind eine der Voraussetzungen, dass Serbien wie gewünscht Ende des Jahres EU-Beitrittskandidat wird. Die Opposition hatte im Vorfeld verlangt, Serbien müsse sich von der EU ab- und Russland sowie China zuwenden.