«Heutzutage wollen Kunden uns schneller und agiler - nicht grösser, bürokratischer und komplexer», hat David Jones, Chef des konkurrierenden Werbeunternehmens Havas, wenig für den Milliarden-Deal übrig. Publicis und Ominicom bringen es auf einen gemeinsamen Umsatz von circa 18 Mrd. Euro.
«Wird Kunden beunruhigen»
Die ohnehin bereits belastete Medien und- Werbebranche könnte aufgrund der mit dem Merger einhergehenden grösseren Marktmacht noch mehr unter Druck geraten. Der künftig weltgrösste Kommunikationskonzern wird «Publicis Omnicom Group» heissen und unter seinem Dach 130'000 Mitarbeiter vereinen. Erklärtes Ziel ist es, Synergieeffekte zu schaffen. Entlassungen sind ersten Angaben zufolge keine geplant. Der gemeinsame Börsenwert beträgt 27 Mrd. Euro.
Fusion lässt weltgrössten Player mit 130.000 Mitarbeitern entstehen. /


Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft von einem gewissen Zusammenrücken der gesamten Branche im Laufe der vergangenen Jahre. Es gebe nach wie vor viele kleine Agenturen, die sich inhaltlich spezialisiert haben. «Diese werden auch weiterhin exstieren», so Nickel.
Die beiden Konzernchefs Maurice Levy von Publicis und John Wren von Omnibezeichnen den angekündigten Schritt als «Merger unter Gleichen». Beide sollen im neuen Konzern gleichberechtigt sein und die Aktionäre beider Parteien circa die Hälfte der Anteile halten. «Das ist ein Geschäft, das zwei Menschen glücklich macht und 130.000 Mitarbeiter sowie eine ganze Menge Kunden beunruhigt», so Jones.
Optimistischer Zeitplan
Noch im vierten Quartal 2013, spätestens aber in den ersten drei Monaten soll der neue Konzern existieren. Beobachter halten den Zeitplan für überaus optimistisch, zumal vor allem vonseiten der US-Wettbewerbsbehörde Widerstand erwartet wird. Der neue Konzern will seine Zelte in den Niederlanden aufschlagen. Die Zentralen bleiben in Paris bzw. New York, wo die Papiere auch gelistet bleiben. Die Agentur WWP würde im Falle eines gelingenden Mergers auf Platz zwei zurückrutschen.