Mehrere zehn Mio. Menschen starben damals durch die Epidemie. Ihre Nachkommen lebten jedoch länger und waren gesünder als je zuvor.
Gestiegener Lebensstandard
Der auch als «Schwarzer Tod» bekannte Erreger war eine der furchtbarsten Epidemien der Geschichte. Die Überlebenden profitierten jedoch von einem gestiegenen Lebensstandard und einer besseren Ernährung. Damit ist laut der in Plos One veröffentlichten Studie nachgewiesen, wie sehr Infektionskrankheiten den Gesundheitszustand von Bevölkerungen formen können.
Im 14. Jahrhundert starben zwischen 30 bis 50 Prozent der europäischen Bevölkerung an den Folgen der Pest. Ältere Menschen und Kranke waren dem höchsten Risiko ausgesetzt, die durch Niesen und Husten verbreitet wurde.
Fast 600 Skelette wurden unter die Lupe genommen. /


Der Ausbruch hatte Folgen auf die Gesellschaft. Dörfer standen vor dem Verhungern, da niemand mehr da war, der die Felder bestellen oder die Ernte einbringen konnte.
Bessere Überlebenschancen
Das Team um Sharon DeWitte hat untersucht, wie der Tod von gefährdeten Menschen die Bevölkerung Londons nach der Epidemie beeinflusste. Die Wissenschaftlerin nahm fast 600 Skelette unter die Lupe, um die Altersspanne, Geburtsraten und Todesursachen herauszufinden. Proben aus den Jahrhunderten nach dem Schwarzen Tod legten nahe, dass sich die Überlebenschancen und die Todeszahlen bis zum 16. Jahrhundert drastisch verändert hatten. Die Menschen lebten in dieser Periode deutlich länger als vor der Epidemie.
«In den 200 Jahren nach der Pest-Epidemie gibt es deutlich positive Veränderungen in der Demografie und der Gesundheit der Menschen», so DeWitte. Obwohl sich der allgemeine Gesundheitszustand nach der Epidemie verbessert haben dürfte, war die Zeit danach für die Überlebenden furchtbar. «Diese Verbesserungen der Gesundheit traten nur aufgrund des Todes von unzähligen Menschen ein.» Mehrere Generationen, die nach dem Schwarzen Tod lebten, waren allgemein gesünder als die Menschen, die vor der Epidemie da waren.