Regula Stämpfli / Quelle: news.ch / Mittwoch, 2. September 2015 / 10:54 h
Stellen wir uns vor, das multinationale Unternehmen Nestlé hätte sich, im Anschluss an ein x-beliebiges WEF, mit Millionen für die Legalisierung der Prostitution inklusive Bordellbetreiber, Zuhälter und Menschenhändler verschrieben. Der Shitstorm wäre global und «uber»dimensional.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat aber genau dies getan und die Medien klatschen. Anders als alle anderen relevanten internationalen Frauenorganisationen, die den Entschluss von Amnesty International mit Entsetzen quittieren. Wer von Menschenhandel etwas versteht, hat im Vorfeld des AI-Entschlusses mit Prominenten wie Meryl Streep, Emma Watson und Emma Thompson die 400 Delegierten von Amnesty International regelrecht angefleht, die Legalisierung der Prostitution, der Zuhälter, der Bordellbetreiber und Menschenhändler nicht zum Menschenrechtsprogramm der nächsten Jahre zu erheben. Keine Chance.
Die Frage ist: Weshalb?
Die Antwort: Der Kapitalismus, so die illusionslose Erkenntnis, zeigt ein vollkommenes Desinteresse an allem, was menschlich ist. Die ausgerechnet in einer Organisation, die sich der Menschlichkeit verschrieben hat.
Es gibt mittlerweile unzählige Untersuchungen, die belegen, dass die sogenannte
Sex«Arbeit»
(und damit sind nicht die gut positionierten Sexualtherapeutinnen und die 1-Prozent glückliche, freiwillige Hurenlobby im Westen gemeint)
posttraumatische Belastungsstörungen nach sich zieht - Kriegs- und Folteropfern durchaus ähnlich
- also Amnesty International Schutzgebiet.
Doch offenbar gilt dies nicht für Frauen und Kinder, die sämtliche ihrer Körperöffnungen für zahlende Kunden «arbeiten» lassen sollen müssen.
Soll ich daraus schliessen, dass Folter keine mehr ist, wenn sie bezahlt wird?
Interessanter Ansatz, den Amnesty International hier vertritt.
Unterstützt wird Amnesty International von den Medien vor allem im deutschsprachigen Raum, allen voran:«Die Zeit». Schliesslich, so die bekannte Argumentation, unterscheide sich die «Arbeit von Prostituierten» nicht von Bauarbeitern.
Die perfekte Frau für den Kapitalismus und scheinbar jetzt auch Amnesty International. /


Ähnlich wie bei der Leihmutterschaft, die von Barbara Bleisch, Sternstundemoderatorin und von Andrea Büchler, Professorin für Privatrecht (sic!) an der Universität und in der NZZ vehement als «Arbeit wie jede andere» verteidigt wird, wird hier der menschliche (und wie üblich vor allem der weibliche) Körper nach allen Regeln der «Ethik»-Kunst ausgeschlachtet. Was unterscheidet einen Bauarbeiter von einer Prostituierten?
Vielleicht die Tatsache, dass der Bauarbeiter nicht bis ins letzte Loch kapitalisiert wird.
Man fragt sich, welche dunklen Mächte hier am Werk sind. Zumal Amnesty International ganz andere weltweite Kampagnen hätte starten können, um global die Menschenrechte zu fördern. Aber nein. Die Mehrheit der 400 Delegierten aus 70 Ländern ist es offensichtlich wichtiger, den Kauf von Menschenfleisch für gewisse Dienste in Zukunft mit einer weltweiten Legalisierung zu erleichtern. Denn: Bei der Legalisierung der Prostitution handelt es sich nicht um eine rechtliche Verbesserung der Entrechteten, sondern um die Rechtssetzung und Festsetzung eines Unrechtszustandes.
Dies ist ein riesiger Rückschritt im internationalen Kampf um Menschenrechte...von Frauen-und Kinderrechten ganz zu schweigen.
«Für Transpersonen in vielen Ländern die einzige Einkommensquelle» wirbt «Die Zeit» weiter für den Schutz der Menschenhändler, Bordellbetreiber, Zuhälter und die «Legalisierung» der Prostituierten. Klar doch: Kinderarbeit ist für viele Familien in den Armenstuben unserer Welt auch die einzige Einkommensquelle. Wie kann man da immer noch für ein Verbot von Kinderarbeit stimmen?
Eben.
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PS: Apropos «bis ins letzte Loch kapitalisiert...» Flatrate-Bordelle werben mit «all you can fuck». Für 60 Euro sind Alkohol und Snacks umsonst und es gibt eine Sauna für «Pausen» (der Kunden wohlgemerkt, nicht der «Arbeiterinnen»). Gefickt darf werden soviel mann will, mit oder ohne Viagra, obwohl das «den Mädchen» nicht gesagt werden soll, denn «die müssen das nicht wissen.» Oralverkehr ohne Kondom, inklusive «lecken» oder Kokaingebrauch... alles no problem: «Dieser Fleischmarkt liegt nicht in Thailand, sondern in einem Randbezirk von Berlin.» Quelle: Selbsterfahrungsbericht eines Flatrate-Bordellbesuchers im Tagesspiegel 13.8.2015