Jede 11. Person ist gemäss Alzheimervereinigung in der Schweiz indirekt von Demenzkrankheit betroffen, sei es indem sie selber daran erkrankt ist, einen Angehörigen mit Demenz hat, in einem Spital oder bei einem Pflegedienst arbeitet.
Heute leben 60 Prozent der dementen Menschen zu Hause und werden von Angehörigen betreut, wie Myrtha Welti, Präsidentin der Alzheimervereinigung, gemäss Redetext vor den Medien in Bern sagte.
CVP-Nationalrat Reto Wehrli, Brigitta Martensson, Geschäftsleiterin der Schweizerischen Alzheimervereinigung, und Myrtha Welti, Präsidentin der Schweizerischen Alzheimervereinigung vor den Medien. /


Das sei nicht nur der Wunsch der meisten Betroffenen, sondern auch die günstigere Variante im Vergleich zu einem Pflegeheim.
Mit den sich verändernden Gesellschaftsstrukturen wird diese Form der Betreuung aber immer schwieriger, sei es, weil immer mehr Menschen alleine leben oder weil die Belastbarkeit der Angehörigen abnimmt - unter anderem durch die steigenden Erwerbsquoten der Frauen.
Abschiebung in Spitalbetten
Als Folge droht eine «massiv steigende Nachfrage nach kostspieligen institutionellen Betreuungsplätzen sowie eine gesundheitspolitisch höchst fragwürdige Abschiebung in Spitalbetten», warnte der Freiburger SP-Nationalrat Jean-François Steiert.
Sein Schwyzer Ratskollege Reto Wehrli (CVP) geht von jährlichen Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe aus, die auf die Schweizer Gesellschaft zukommen werden.
Um diese Entwicklung zu bremsen und das «doppelte Risiko der unnötigen starken Kostenentwicklung und der inadäquaten Behandlung und Pflege» der Patienten zu verhindern, braucht es laut Steiert eine gesamtschweizerische Demenzpolitik.