Migrantinnen und Migranten seien von der Wirtschaftskrise früher und stärker betroffen, sagte Vania Alleva, Vizepräsidentin des SGB, an der Pressekonferenz in Bern.
Bei ihnen betrage die Arbeitslosenquote aktuell 6,6 Prozent, während Schweizer nur mit 2,6 Prozent von der Arbeitslosigkeit betroffen seien.
Dies erkläre sich einerseits dadurch, dass jene Branchen, die besonders vom Konjunkturverlauf abhingen, hohe Ausländeranteile aufweisen.
Andererseits verfügten ausländische Arbeitskräfte tendenziell über ein tieferes Bildungsniveau, was das Risiko der Arbeitslosigkeit zusätzlich erhöhe.
Anonymisierte Bewerbung gefordert
Zusätzlich kommt im Arbeitsmarkt aus Sicht des SGB aber auch Diskriminierung vor.
Ein tieferes Bildungsniveau erhöht das Risiko der Arbeitslosigkeit zusätzlich.
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Um sie bei der Stellen- oder Lehrstellensuche zu beseitigen, fordert der SGB die Einführung der anonymisierten Bewerbung in der öffentlichen Verwaltung und in grossen Unternehmen.
Der Verband schlägt zudem vor, das Diplomanerkennungssystem zu überprüfen. Bei der gegenseitigen Anerkennung von Diplomen aus EU- und Drittstaaten bestünden erhebliche Praxisprobleme, was den Zugang zu Beruflicher Weiterbildung erschwere.
Das strenge Diplomanerkennungssystem der Schweiz führe weiter dazu, dass «ein irakischer Hochbauzeichner als ungelernte Hilfskraft im Restaurant arbeitet oder eine peruanische Betriebswirtschafterin Büros reinigt», schreibt der SGB in der Pressemitteilung.
Auch jene Ausländer, die eine Stelle haben, werden laut SGB diskriminiert. Dies zeige sich insbesondere an einer ungleichen Lohnverteilung.