Vorverurteilungen könnten aber nicht akzeptiert werden, betonte Merkel in ihrer Regierungserklärung. Es sei noch offen, ob es bei dem Luftangriff auf zwei von den Taliban entführten Tanklastwagen, den die deutsche Armee angefordert hatte, zivile Opfer gegeben habe.
Die Kanzlerin unterstrich zugleich: «Wir trauern um jeden einzelnen.» Jeder in Afghanistan ums Leben gekommene oder verletzte Zivilist sei einer zu viel.
Wie die Internationale Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) mitteilte, wurden bei dem Anschlag im nordafghanischen Kundus tatsächlich Zivilisten «getötet oder verletzt». Dies habe eine erste Einschätzung am Ort des Bombenangriffs durch ISAF-Kommandeur Stanley McChrystal und andere Offiziere ergeben.
Vorverurteilungen könnten nicht akzeptiert werden, sagte Angela Merkel in einer Regierungserklärung. /

Ergebnis in mehreren Wochen erwartet
Daraufhin habe McChrystal eine Untersuchungskommission ernannt, um den Vorfall gründlich zu prüfen, hiess es weiter. Als Leiter setzte er den kanadischen Generalmajor C.S. Sullivan ein. In dem Gremium haben ausserdem ein deutscher Offizier, ein Offizier der US-Luftwaffe sowie ein Rechtsberater Einsitz.
Die Kommission wird mit dem afghanischen Untersuchungsteam arbeiten, das Präsident Hamid Karsai eingesetzt hat. Ein endgültiges Untersuchungsergebnis zu dem Luftangriff im nordafghanischen Kundus wird laut ISAF erst in «mehreren Wochen» erwartet.