Für ein Treffen mit US-Gesandten hat Birmas Militärregime der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi erstmals seit sechs Jahren eine kurze Pause vom Hausarrest gewährt. Suu Kyi kam in einem Luxushotel in Rangun mit einer hochstehenden US-Delegation zusammen.
Der für Ostasien und den Pazifik zuständige US-Staatssekretär im US-Aussenministerium, Kurt Campell, und dessen Stellvertreter Scot Marciel trafen auch Birmas Ministerpräsidenten Thein Sein.
Suu Kyi zeigte sich vor dem Hotel Journalisten, beantwortete aber keine Fragen. Die 64-jährige Politikerin trug ein traditionelles Gewand und lächelte.
Es war das erste Mal seit 2003, dass sie ausserhalb ihres Hauses oder des Gefängnisses in der Öffentlichkeit zu sehen war.
Suu Kyi zeigte sich vor dem Hotel Journalisten, beantwortete aber keine Fragen. (Archivbild) /


Ende September hatte Suu Kyi dem Militärregime Vorschläge unterbreitet, wie die Aufhebung der vom Westen verhängten Sanktionen gegen das Land erreicht werden könnten.
Weiter unter Hausarrest
In den vergangenen zwei Jahrzehnten sass Suu Kyi die meiste Zeit in Haft oder stand unter Hausarrest. Anfang August war sie zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt worden, weil sie mit der Aufnahme eines ungebeten bei ihr aufgetauchten US-Bürgers gegen die Auflagen ihres bereits bestehenden Arrests verstossen haben soll.
Der birmesischen Militärregierung wird vorgeworfen, Suu Kyi von den im kommenden Jahr anstehenden Wahlen fernhalten zu wollen. Aus den letzten freien Wahlen 1990 war ihre Nationale Liga für Demokratie (NLD) als klare Siegerin hervorgegangen, das Regime erkannte das Ergebnis aber nicht an.