60 bis 70 Personen suchten am Morgen die drei seit Sonntag vermissten Skitourenfahrer und lokalisierten sie gegen Mittag. Die Berner Kantonspolizei bestätigte am früheren Nachmittag auf Anfrage entsprechende Medienberichte. Bei der Suche halfen auch einige Soldaten.
Heute besseres Wetter
Wie ein Tag und zwei Nächte nach dem Unglück erwartet werden musste, waren der 38-jährige Deutsche, die 39-jährige Schweizerin und der 48-jährige Schweizer tot.
Am Montag hatte schlechtes Wetter die Bergungsaktion noch verunmöglicht.
Rettungskräfte warten auf Hubschrauber, die sie in das Lawinengebiet im Diemtigtal fliegen sollen. /


Heute klarte es dann im Berner Oberland auf, und Experten des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos konnten vom Helikopter aus die Lawinengefahr beurteilen.
Lawinen künstlich ausgelöst
Danach warfen Fachleute Sprengladungen aus dem Helikopter und lösten damit in der Umgebung des Unfallorts künstlich Lawinen aus. So bestand im Einsatzgebiet keine Gefahr mehr, und die Retter konnten mit Sondierstangen und Lawinenhunden nach den Verschütteten suchen.
In der zweiten Lawine vom Sonntag sind damit vier Mitglieder einer achtköpfigen Skitourengruppe aus Schweizern und Ausländern umgekommen, dazu ein Arzt der Rega sowie ein Mitglied des Skiclubs Rubigen BE. Vier Todesopfer stammen nach Angaben der Berner Kantonspolizei aus der Schweiz, zwei aus Deutschland.
Zu grosses Risiko für die Retter?
Die zwei Lawinen vom Sonntag lösten Diskussionen aus, ob die Retter beim Ersteinsatz nicht ein zu grosses Risiko eingingen. Theo Maurer, Ausbildungschef der Alpinen Rettung Schweiz, sagte dazu in der Sendung «Heute Morgen» von Schweizer Radio DRS, ein Risiko gebe es immer. Er gehe nicht davon aus, dass die Ausbildung der Retter angepasst werden müsse.
Ernst Kohler, Vorsitzender der Rega-Geschäftsleitung, sagte im «Tagesgespräch» von Schweizer Radio DRS, er sei tief überzeugt, dass die Crew im Diemtigtal die Gefahren beurteilt habe und zum Entscheid gekommen sei, eine Rettung sei verantwortbar.