Nach Berichten britischer Medien war es beschlossene Sache, dass der Amerikaner Bob Dudley sein Nachfolger wird. Die Nachricht löste Jubel an der Londoner Börse aus. Die Aktie stieg um 5,5 Prozent auf knapp 417 Pence.
Hayward bleibt im Konzern
Nach Börsenschluss und parallel zu einem Treffen des Aufsichtsrats am Abend berichteten mehrere Medien, dass Hayward zwar zurücktreten, aber weiter für den Energiekonzern tätig bleiben soll.
Demnach soll der Vorstandschef nach heftiger Kritik an seinem Krisenmanagement bei der Ölpest im Golf von Mexiko im Oktober sein Amt aufgeben, jedoch eine andere Position übernehmen. Ein BP-Sprecher dementierte die Berichte. «Es gibt unglaublich viel Spekulationen in alle Richtungen», sagte David Nicholas der Nachrichtenagentur dpa.
Der Abgang von BP-Chef Tony Hayward scheint beschlossen, doch er verbleibt wohl im Konzern. /


Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen.
Hayward zu TNK-BP?
Hayward soll den Berichten zufolge beim russisch-britischen Joint Venture TNK-BP einen Sitz im Aufsichtsrat bekommen. BP ist zu 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt.
Nach Angaben der «Financial Times» soll Hayward bis November in der Chefetage des britischen Energiekonzerns bleiben. Im Oktober soll er demnach als Vorstandschef zurücktreten. Als sein Nachfolger wird der Leiter des Krisenstabs, der Amerikaner Bob Dudley, gehandelt.
Aufgrund der Ölkatastrophe wird BP am Dienstag möglicherweise den grössten Verlust der britischen Unternehmensgeschichte bekanntgeben. Falls die zugesagten 20 Milliarden Dollar für Schadenersatz in die Halbjahresbilanz einfliessen, rechnen Analysten mit einem entsprechenden Rekordverlust.
Fünf Milliarden Dollar Verlust
Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit soll sich nach Zeitungsberichten auf etwa fünf Milliarden Dollar für das zweite Quartal belaufen. Analysten bezeichnen dies als sehr anständig, doch das Interesse richtet sich angesichts der immensen Kosten vor allem auf die neue Führung und deren Strategie für BPs Überleben.
Der voraussichtliche neue BP-Chef Dudley ist ein Amerikaner aus dem von der Ölpest betroffenen Staat Mississippi und spricht mit Südstaatenakzent. Dies könnte ihm in den USA zugutekommen.