Es sei ein Alleingang Japans gewesen, bestätigte Finanzminister Yoshihiko Noda an einer Medienkonferenz in Tokio. Die internationalen Partner seien aber informiert gewesen.
Zu Einzelheiten äusserte er sich nicht. Die Regierung sei zu allen nötigen Massnahmen entschlossen, um gegen einen zu hohen Währungskurs vorzugehen, sagte Noda.
Dass andere Länder Japan unter die Arme greifen, ist nach Meinung von Analysten unwahrscheinlich, da auch sie schwächere Währungen benötigten, um ihre Exporte zu befeuern und die Konjunkturerholung zu unterstützen.
Volumen bleibt unklar
Die Schätzungen über das Volumen gingen weit auseinander. Die Nachrichtenagentur Jiji meldete, die Bank of Japan (BoJ) sei mit mehr als 100 Milliarden Yen eingeschritten.
Festigung des Yen gefährdet die wirtschaftliche Erholung. /


Einige Händler sprachen sogar von 300 bis 500 Milliarden Yen.
Der Yen war zuletzt zum Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Der starke Yen belastet vor allem die japanische Exportwirtschaft. Finanzminister Noda begründete die Interventionen auf dem Devisenmarkt denn auch mit den wirtschaftlichen Folgen des teuren Yen.
Mit dem Eingriff auf dem Devisenmarkt demonstrierte der jüngst siegreich aus einer innerparteilichen Machtprobe hervorgegangene Regierungschef Naoto Kan Tatkraft: Zuvor hatte er nur gegen die Yen-Stärke angeredet.
Weitere Interventionen
Als Folge der Interventionen stieg der Dollar auf 85.50 Yen. Zuvor war er auf 82.87 Yen abgestürzt. Nach Angaben von Händlern stieg die Notenbank bei einem Kurs von rund 83 Yen in den Markt ein. An der Tokioter Aktienbörse honorierten die Anleger das Eingreifen der BoJ: Der Nikkei-Index stieg um 2,3 Prozent auf 9516 Punkte.