Die Minderheitsaktionäre haben damit gegenüber der Offerte vom Januar rund 1,7 Mrd. Dollar mehr herausgeholt. Sie hatten sich gegen die Fusion gewehrt und mit Gutachten den ursprünglichen Preis als zu tief kritisiert.
Nun bekommen sie 168 Dollar pro Alcon-Aktie und damit gleich viel wie der Nahrungsmittelmulti Nestlé, der seine 77 Prozent der Anteile in zwei Tranchen für gesamthaft 38,5 Mrd. Dollar an Novartis verkauft hat. Anders als in vergleichbaren Fällen, erhält Nestlé damit für die Abgabe der Kontrollmehrheit keine Prämie.
Rekordpreis von total 51,4 Mrd. Dollar
Gesamthaft kostet Novartis die Übernahme 51,4 Mrd. Dollar (derzeit rund 49,4 Mrd. Franken). Sie ist damit noch teurer als die rund 46,8 Mrd. Dollar schwere Übernahme des Biotechunternehmens Genentech durch Novartis-Konkurrent Roche.
Die Übernahme von Alcon soll bereits im ersten Halbjahr 2011 vollzogen werden. Der Plan muss aber noch von den Generalversammlungen von Novartis und Alcon mit je einer Zweidrittelmehrheit angenommen werden.
Der Kaufpreis wird entrichtet mit bis zu 2,8 Novartis-Aktien pro Alcon-Titel, zusätzlich erfolgt je nach Aktienkurs eine Barzahlung. Insgesamt will Novartis dafür 108 Millionen neue Aktien schaffen, hinzu kommen 107 Millionen im Eigenbestand befindliche Aktien und voraussichtlich etwa 900 Mio.
Lichtblick für die Novartis-Aktionäre. /

Novartis kann den Rest an Alcon für fast 13 Milliarden Dollar übernehmen. /


Dollar in bar.
Um der Gewinnverwässerung und damit einer Aktienkursbelastung entgegenzuwirken, setzt Novartis das 2008 unterbrochene Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Mrd. Fr. wieder ein. Lediglich für 300 Mio. Fr. hatte Novartis im Rahmen dieses Programmes bereits Aktien zurückgekauft.
Aktie klettert markant
Die Novartis-Aktie baute ihren Gewinne im Verlauf des Tages aus. Kurz nach 16.00 Uhr stand sie rund 6,5 Prozent im Plus. Der Kurssprung hat die Schweizer Börse in einem von der Euro-Schuldenkrise geprägten Umfeld in der Gewinnzone gehalten.
Die Übernahme von Alcon soll bereits im ersten Halbjahr 2011 vollzogen werden. Der Plan muss aber noch von den Generalversammlungen von Novartis und Alcon mit je einer Zweidrittelmehrheit angenommen werden.
Novartis rechnet damit, für den Alcon-Deal Aktien für rund 5 Mrd. Dollar zurückzukaufen und das Bonitätsrating «AA» wahren zu können. Der Kerngewinn pro Aktie werde so nicht verwässert.