Die Behörden beschlagnahmten am Dienstag die Druckausgaben zweier Tageszeitungen. Einer dritten Zeitung wurde die Schliessung angedroht, sollte sie weiter über die Proteste gegen die Regierung berichten.
Bereits am Sonntag waren mindestens sieben Journalisten vorübergehend festgenommen worden, die über die Demonstrationen berichtet hatten. Bei Zusammenstössen mit der Polizei war ein Student ums Leben gekommen.
Für Donnerstag haben die Studenten über soziale Netzwerke zu neuen Demonstrationen in Khartum und anderen Städten nach dem Vorbild Ägyptens und Tunesiens aufgerufen.
Protest gegen Preiserhöhung
Ursprünglich richteten sich die Proteste gegen Preiserhöhungen und die Verhaftung des Oppositionsführer Hassan Al-Turabi.
Ein Wahlzettel: Ausgefüllt wurde er mit einem Daumenabdruch in eines der Felder. /


Präsident Omar Al-Baschir wird aber auch für die bevorstehende Teilung des bisher grössten Landes Afrikas verantwortlich gemacht, nachdem sich die Bevölkerung im Südsudan mit überwältigender Mehrheit in einer Volksabstimmung für einen unabhängigen Staat ausgesprochen hat.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International rief die sudanesische Regierung auf, alle der mindestens 70 am Sonntag festgenommenen Demonstranten frei zu lassen und das Recht auf Meinungsäusserung zu respektieren.
Unabhängigkeit anerkannt
Zuvor hat der Sudan das Votum der Südsudanesen für einen unabhängigen Staat anerkannt. In der ersten offiziellen Reaktion aus Khartum nach der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses sagte Vizepräsident Ali Osman Taha am Montag, die Regierung sei mit dem Ausgang der Volksabstimmung einverstanden.
«Wir teilen mit, dass wir das Ergebnis des Referendums akzeptieren», sagte Taha. Der Vizepräsident versprach, gute Beziehungen zu dem neuen Staat anzustreben.
Ölreiche Grenzregion als Streitthema
Die Abstimmung war der Schlusspunkt eines 2005 von der Zentralregierung in Khartum und südsudanesischen Rebellen unterzeichneten Friedensabkommens, das den mehr als zwanzigjährigen Bürgerkrieg zwischen dem Süden und dem Norden endgültig beenden soll.