Die Zeitung erklärte, sie habe selbst mit dem Minister am Telefon gesprochen. Eine offizielle Stellungnahme zu dem Bericht gab es zunächst nicht.
Mittlerweile meldet die «BBC» und weitere Medien, dass die östliche Stadt Bengasi in den Händen der Opposition ist. Die Aufständischen haben die alte libysche Flagge auf verschiedenen Gebäuden gehisst.
Grosskonzerne ziehen Personal ab
Wegen der Unruhen in Libyen ziehen immer mehr internationale Unternehmen ihr Personal aus dem nordafrikanischen Land ab.
Wo ist Gaddafi? Das libysche Staatsoberhaupt scheint nicht mehr in Tripolis zu sein. /

Demonstranten in Libyen haben mehrere Häuser besetzt. /


Auch der Schweizer Technologiekonzern ABB mit zehn Mitarbeitern vor Ort beobachtet die Lage sorgfältig.
Unter den ABB-Mitarbeitern in Libyen sind allerdings keine Schweizer Staatsbürger. Bis auf weiteres verzichtet der Konzern auf Geschäftsreisen in das von Unruhen geschüttelte Land.
Der norwegische Ölkonzern Statoil hingegen begann bereits am Montag, «eine Handvoll» ausländische Beschäftigte ausser Landes zu bringen, wie ein Sprecher in Oslo sagte. Der Sitz des Unternehmens in der Hauptstadt Tripolis sei geschlossen worden.
Der britische Ölkonzern BP bereitete eine mögliche Evakuierung innerhalb von 48 Stunden vor. Im Falle einer Evakuierung müssten auch laufende Bohrungen im Westen des Landes eingestellt werden, sagte ein BP-Sprecher. Der Konzern beschäftigt in Libyen 140 Mitarbeiter, 40 davon sind Ausländer.
Ölpreis steigt wegen Unruhen
Die Unruhen in dem Land trieben den Ölpreis für die Nordseesorte Brent am Montag über die Marke von 105 Dollar pro Barrel - der höchste Stand seit Ende September 2008.
In letzter Zeit hat Libyen auch das verstärkte Erschliessen seiner Gasvorräte begonnen. Zuletzt führte Libyen zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr aus.
Botschafter befragt
Die britische Regierung hat den libyschen Botschafter in London einbestellt, um ihre «absolute Verurteilung» der tödlichen Gewalt gegen Demonstranten klarzumachen.
«Die Glaubwürdigkeit der Regierung ist beschädigt, weil sie ihre Bürger nicht schützt und auf ihre berechtigten Forderungen nicht eingeht», sagte Aussenminister William Hague am Montag an einem EU-Ressortcheftreffen in Brüssel.