Der für seine politischen Liedtexte bekannte Sänger, Pianist und Gitarrist hatte sein Programm zuvor von den chinesischen Behörden absegnen lassen müssen. Die Ikone der US-Protestbewegung spielte alte und neuere Stücke.
Das Publikum, das sich vorwiegend aus jungen Chinesen und älteren Ausländern zusammensetzte, reagierte zunächst verhalten, doch nach dem Protestlied «Hard Rain» kam Stimmung auf. Auch seine Solos auf der Mundharmonika lösten starken Applaus aus, und am Ende des 90-minütigen Konzerts wurde Dylan zwei Mal auf die Bühne zurückgerufen, um «Like a Rolling Stone» und «Forever Young» zu singen.
Keine politischen Äusserungen
Nachdem die Behörden Dylan vergangenes Jahr eine Erlaubnis für ein Konzert verweigert hatten, stimmten sie vergangenem Monat einem Auftritt zu. Doch stellten sie zur Bedingung, dass er sich streng an das von ihnen zuvor genehmigte Programm halten müsse.
Musik-Legende Dylan verzichtete beim Peking-Konzert auf viele seiner Songs. /


Die chinesische Führung geht derzeit wieder verstärkt gegen politische Dissidenten und kritische Künstler vor. Erst am Sonntag war der international bekannte Künstler Ai Weiwei festgenommen worden, über seinen Verbleib war bis Mittwoch nichts bekannt.
Politische Äusserungen machte Dylan am Mittwoch nicht. Er verzichtete auch darauf, seine politischsten Lieder wie die Hymne der Friedensbewegung «Blowin'in the Wind» zu singen.
Teure Tickets
Rund ein Drittel der Sitze blieb frei. Bei Kartenpreisen von umgerechnet bis zu 140 Euro, was einem Durchschnittslohn in China entspricht, konnten sich nur die wenigsten den Eintritt leisten. Am Freitag wird Dylan in Shanghai spielen, kommende Wochen sind zwei weitere Auftritt in Hongkong geplant.