Die zwei Explosionen ereigneten sich mitten im abendlichen Berufsverkehr und laut Augenzeugen kurz nachdem ein Zug eingefahren war. Weissrussische Medien meldeten bis zu 100 Verletzte. Die amtliche Nachrichtenagentur Belta bezifferte die Zahl der Verletzten auf 35. Die Zahl von elf Toten nannte Präsident Alexander Lukaschenko.
Obwohl Weissrussland bisher eher nicht als Ziel von Terroristen galt und die Hintergründe des Vorfalls unklar sind, ist ein politischer Hintergrund nicht auszuschliessen: Die Metrostation Oktjabrskaja im Stadtzentrum liegt etwa 100 Meter entfernt von dem Verwaltungsgebäude des Präsidialamtes.
Lukaschenko machte sich in der Haltestelle nahe seiner Residenz ein Bild der Lage und legte Blumen nieder.
Alexander Lukaschenko besichtete den Unglücksort. /


Er rief eine Krisensitzung ein und befahl, die Sicherheitsvorkehrungen in dem ohnehin scharf kontrollierten Land noch zu verstärken.
Ein Augenzeuge gab an, mindestens ein Teil der Decke der U-Bahnstation sei eingestürzt. Mehrere Krankenwagen und Löschfahrzeuge rasten zur Haltestelle. Dort trafen auch Mitarbeiter des weissrussischen Geheimdienstes KGB ein. Oktjabrskaja ist die einzige Umsteigestation der Minsker Metro.
Viele Weissrussen sprachen in ersten Reaktionen davon, dass die weissrussische Führung möglicherweise versuche, von den schweren innenpolitischen Problemen des Landes abzulenken. Weissrussland steht vor dem Staatsbankrott und wartet auf einen Milliardenkredit aus dem Nachbarland Russland.
Präsident Lukaschenko regiert die ehemalige Sowjetrepublik seit 1994 mit eiserner Faust. Mehrmals hat er Demokratiebewegungen und Proteste der Opposition niederschlagen lassen.