Die Festgenommenen wurden mit Bussen zu einer Polizeiwache gebracht. Bei ihrer Festnahme sangen sie Kirchenlieder. Es handelte sich um zahlreiche junge Erwachsene. Nach Angaben eines Mitglieds der Kirche standen rund ein Dutzend führende Vertreter unter Hausarrest oder wurden festgenommen.
Die Shouwang-Kirche, deren Name «Wachturm» bedeutet, hat den Unmut der Behörden auf sich gezogen. Ein Sprecher des Aussenministeriums bezeichnete sie als «Organisation ohne rechtliche Grundlage». Die Kirche sieht sich gezwungen, ihre Gottesdienste draussen zu feiern, weil ihr angemietete Räumlichkeiten entzogen wurden.
Kirchenobere sagten, sie verfolgten keine politischen Ziele, sondern wollten nur einen dauerhaften Ort für ihre Gottesdienste finden.
Chinesische Polizisten verhafteten zahlreiche junge Angehörige einer christlichen Gemeinde. /


Sie wehren sich aber dagegen, dass Kirchen unter direkter Aufsicht der Kommunistischen Partei stehen sollen.
Hausgemeinden unter Beobachtung
Die chinesische Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Christen wird aber vorgeschrieben, ihren Glauben in staatlich kontrollierten Organisationen für Protestanten und Katholiken auszuüben. In den vergangenen Jahren hatte die chinesische Regierung Restriktionen gegen sogenannte Hausgemeinden teilweise gelockert.
Die Anhänger der Kleinkirchen versammeln sich in der Regel in Privathäusern und in überschaubaren Gruppen und entziehen sich so zum Teil der staatlichen Kontrolle. Gläubige befürchten allerdings eine neue Verschärfung der Auflagen für Hausgemeinden.
Nach Angaben der US-Organisation China Aid Association wurde am Samstag der Pekinger Pfarrer Zhang Mingxuan festgenommen, der die chinesische Vereinigung der Hausgemeinden leitet. Ausserdem seien in der südchinesischen Stadt Guangzhou die Ostergottesdienste zweier grosser Hausgemeinden verhindert worden.
Landesweit konnten am Wochenende Millionen von Christen ungehindert ihre Ostergottesdienste feiern.