Seine Arbeit untersucht die Kommodifizierung von Hoffnung durch das Prisma von Lagos Mainland Lotterien und Kirchen verschiedener Glaubensrichtungen. Er hebt ihre vielen Gemeinsamkeiten hervor: von der Organisationsstruktur über die sozialen Auswirkungen bis hin zu den psychologischen Funktionen.
Hoffnung ist eine Ware, die sich in den weniger privilegierten Gegenden von Lagos extrem gut verkauft.
Anthony Ayodele Obayomi möchte Zeuge der täglichen Schwierigkeiten der Bevölkerung von Lagos Mainland (dem Festlandteil von Nigerias Wirtschaftsmetropole) werden. Sein Projekt erforscht zwei der psychologischen Mechanismen, auf die die Bewohner zurückgreifen, wenn sie mit den schwierigsten Lebensbedingungen konfrontiert sind.
Während Lotterie und religiöser Fanatismus in vielen Teilen der Welt nebeneinander existieren, gehen sie nicht unbedingt Hand in Hand. In Lagos Mainland sind die beiden Praktiken jedoch in Struktur, Wirkung und Funktion ähnlich und dienen den gleichen Bedürfnissen. Hoffnung zu niedrigen Preisen verkaufen: das ist die Quelle und das finanzielle Manna, auf das sich nigerianische Glücksspielunternehmen und religiöse Institutionen verlassen.
Reiche Priester
Premier Lotto, auch bekannt als «Baba Ijebu», ist das grösste Glücksspielunternehmen in Nigeria. Mit Sitz auf dem Festland von Lagos hat es etwa 200 Vertreter, die ein Team von 16.000 Verkäufern im westlichen Teil des Landes leiten.
Hoffnung durch Lotterie und Religion. Foto des nigerianischen Fotografen Anthony Ayodele Obayomi. /


Inzwischen sind laut dem Forbes-Magazin vier der zehn reichsten Priester der Welt mit einem Gesamtvermögen von 249.000.000 USD in Lagos ansässig.
«Give us this Day» erforscht diese Praktiken, die zu geringen Kosten einen Grund bieten, an eine bessere Zukunft zu glauben, wenn alles auf das Gegenteil hinzudeuten scheint.
Anthony Ayodele Obayomi (*1994) lebt und arbeitet in Lagos, Nigeria. Er erwarb einen Bachelor of Arts an der Universität von Lagos. In seiner Arbeit erforscht er die Möglichkeiten des Geschichtenerzählens, die er an der Schnittstelle von Kunst und Technologie ansiedelt. Er schafft immersive Installationen und versucht, das fotografische Medium zu erneuern. Im Jahr 2017 wurde er mit dem LagosPhoto National Geographic Portfolio Review Prize ausgezeichnet. Im folgenden Jahr wurde er für das Electric South New Dimensions Lab nominiert, bevor er 2019 den ersten Taurus Prize for Visual Arts gewann.
3. Juli 2021 bis 29. August 2021
Photoforum Pasquart
Seevorstadt 71
Biel-Bienne