«So wie heute kann es nicht weitergehen», sagte Peter Füglistaler, Chef des Bundesamts für Verkehr (BAV), in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» und «Le Matin Dimanche». Im Vorfeld eines auf Ende Juni angesetzten Spitzentreffens zwischen Vertretern des BAV und der SBB bekräftigt er die Entschlossenheit, etwas gegen die Hooligans zu tun.
Es könne nicht Aufgabe des öffentlichen Verkehrs sein, randalierende und betrunkene Fans um jeden Preis zu transportieren. Deshalb werde geprüft, ob die Transportpflicht in solchen Fällen aufgehoben werden könne. Füglistaler kann sich durchaus vorstellen, dass ein betroffener Zug auf offenem Feld anhält und die Randalierer kurzerhand rausgeworfen werden.
«Wenn die Polizei auf der Strasse einen Kleinbus mit randalierenden Fans sieht, zieht sie ihn auch aus dem Verkehr. Wieso soll das beim öffentlichen Verkehr anders sein?» Das BAV als Aufsichtsbehörde müsse den Bahnen helfen.
Die SBB prüft, ob die Transportpflicht bei Vandalismus aufgehoben werden könne. /


Die Sicherheit des Bahnbetriebs und der anderen Fahrgäste stehe an oberster Stelle.
Höhere Priorität für Schutz von Fahrgästen
Auch der Bundesrat stellt den Schutz der Bahnkunden vor die Interessen der Fussballvereine, wie er vor knapp zwei Wochen in einer schriftlichen Antwort auf Fragen aus dem Parlament festhielt.
Randalierende Fussballfans verursachen in den Zügen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Allein beim Cupfinal von Ende Mai zwischen dem FC Sion und Neuchâtel Xamax entstand Sachschaden in fünfstelliger Höhe.
Um die Fussballfans von den anderen Bahnreisenden zu trennen, setzt die SBB jeweils Sonderzüge mit verbilligten Ticketpreisen ein. Aber auch diese Massnahme bietet den anderen Bahnkunden nur bedingten Schutz: Anlässlich des letzten Cupfinals wurde eine Drittperson in Lausanne durch einen Flaschenwurf aus einem Sonderzug verletzt. In Neuenburg und Biel mussten für die Durchfahrt sogar Perrons evakuiert werden.