Suva-Direktor Ulrich Fricker sprach anlässlich der Unterzeichnung der Charta von einem «historischen Moment»: Noch nie hätten so viele Organisationen zusammen eine Suva-Charta unterschrieben. Ziel sei es, die Zahl der Todesfälle und schwersten Invaliditätsfälle in der Baubranche zu halbieren.
Jedes Jahr sterben 28 Menschen auf Baustellen
Jeder dritte tödliche Berufsunfall passiere auf Baustellen, dabei verlören durchschnittlich 28 Menschen jährlich das Leben und 560 würden zu Invaliden, sagte Fricker. Bezogen auf die Zahl der Beschäftigten, sei es nur noch gefährlicher in der Forstbranche zu arbeiten.
Dort verunglückt jährlich jeder dritte, in der Baubranche jeder fünfte Beschäftigte.
1.12.2010: Auf einer Baustelle in Zürich kommt es zu einem schweren Unfall. Die Sicherheit soll erhöht werden. /


Zwar sei die Unfallrate in den vergangenen Jahren im Baugewerbe rückläufig - je nach Branche sanken die Zahlen um 18 bis 21 Prozent - aber das genüge nicht, erklärte Werner Messmer, Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes.
Die Betriebe müssten davon überzeugt werden, «dass Sicherheit Chefsache ist». Ein Problem dabei sei, dass das Sicherheitsdenken zwar oft in den Firmen verankert sei, aber nicht bis auf die Baustellen durchdringe.
Sicherheitsbedenken von Arbeitern ernst nehmen
Auch wenn der Zeitdruck auf dem Bau nicht verringert werden könne, müsse nach Möglichkeiten gesucht werden, die Sicherheit zu erhöhen. Dazu gehört nach Meinung aller Charta-Unterzeichner, dass auch Sicherheitsbedenken von Arbeitern auf den Baustellen ernst genommen würden.
Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die Verbände die Charta-Leitsätze konkret umzusetzen und die lebenswichtigen Sicherheitsregeln auf Baustellen strikte einzuhalten. Dazu gehört, dass bei Sicherheitsbedenken die Arbeiten unterbrochen werden, bis das Problem behoben sei.