Der in der Bevölkerung geschätzte Goworuchin nahm das Angebot «von Herzen» an. «Natürlich ist das eine hohe Ehre und eine riesige Verpflichtung», sagte der 75-Jährige. Er hatte unter anderem mit dem sowjetischen Dichter und Liedermacher Wladimir Wyssozki den Film «Das vorbestimmte Treffen» gedreht, der Kultstatus in Russland hat.
Bei einem Treffen mit Vertretern der im Frühjahr gegründeten Gesamtrussischen Volksfront forderte Putin die parteilosen Bürger auf, sich aktiv an der Politik zu beteiligen. Putin will sich am 4. März 2012 zum dritten Mal zum Kremlchef wählen lassen. Er hatte das Amt bereits von 2000 bis 2008 inne.
Angesichts der Massenproteste gegen den Ausgang der Parlamentswahl vom Sonntag sagte der Regierungschef, dass die Fraktion seiner Partei Geeintes Russland erneuert worden sei. 25 Prozent der neuen Abgeordneten der Duma-Fraktion seien keine Mitglieder der Kremlpartei, sagte Putin.
Wladimir Putin will wieder Präsident Russlands werden. /


Die Opposition kritisiert Geeintes Russland als «Partei der Gauner und Diebe».
Opposition spricht von massiver Repression
Nach Massenfestnahmen und Verurteilungen dutzender Kremlkritiker spricht die russische Opposition von den massivsten Repressionen seit dem Beginn der Ära Wladimir Putin vor elf Jahren.
Mindestens 47 Gegner von Regierungschef Putin seien zu Arreststrafen zwischen 4 und 15 Tagen verurteilt worden, darunter der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin und der bekannte Blogger Alexej Nawalny.
Das teilte die Bewegung Solidarnost am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit. Putin war 2000 erstmals Präsident geworden und ist seit 2008 Regierungschef. 2012 will er sich erneut zum Staatsoberhaupt wählen lassen und in den Kreml zurückkehren.
Regierungsgegner hatten am Vorabend in Moskau und anderen Städten erneut gegen Fälschungen bei der Parlamentswahl vom 4. Dezember protestiert. Dabei wurden allein bei einer nicht genehmigten Aktion in der Hauptstadt etwa 70 Demonstranten festgenommen, wie die kremlkritische Internetseite kasparov.ru berichtete. Der bekannte Oppositionelle Sergej Udalzow, der seit dem Wahltag unter Arrest steht, kam nach vier Tagen Hungerstreik in ein Spital.