Am Tag seiner Rückkehr vom Kurztrip in den Osten orientierte der Nationalspieler nach 146 Partien und 29 Treffern für den FC Zürich über seinen ersten Transfer ins Ausland. Er fühle sich bereit für einen weiteren Karriereschritt: «Der Zeitpunkt ist richtig. Ich habe mir alles genau angeschaut und den Wechsel gut geplant.»
Mehmedi ist 2011 steil aufgestiegen. Der gebürtige Mazedonier (albanischer Herkunft) entwickelte sich im Klub zur Schlüsselfigur und verhalf dem FCZ mit seinen Toren zum Vorstoss in die Champions-League-Qualifikation gegen Bayern. Am 4. Juni debütierte er in England (2:2) in der EM-Ausscheidung im Schweizer Nationalteam. Die U21-Auswahl führte er mit seinem Siegtor gegen die Tschechen im EM-Halbfinal in Dänemark an die Olympischen Spiele in London.
Selbstbewusster Schweizer
Bei der aktuellen Nummer 1 in der Ukraine hat der Sohn von Einwanderern aus dem Balkan mit einem harten Konkurrenzkampf zu rechnen. Der Angriff ist breit und prominent besetzt. Sieben Professionals, unter ihnen die Ikone Andrej Schewtschenko, der Liga-Topskorer Andrej Jarmolenko und der frühere Xamaxien Ideye Brown, ringen um einen Stammplatz.
Mehmedi hat entsprechende Signale der Teamleitung empfangen, die Herausforderung in der ukrainischen Metropole ab dem 11. Januar selbstbewusst anzunehmen: «Dynamo hat sehr viel investiert in mich und ist überzeugt von mir.» Und er sei überzeugt davon, den Sprung zum Stammspieler schaffen zu können. Nationalcoach Ottmar Hitzfeld stuft den Wechsel auf der SFV-Homepage als «gewagt» ein.
Admir Mehmedi verlässt die Schweiz. /

Bickel nennt keine Zahlen
Das Geld allein sei nicht ausschlaggebend gewesen, versichert der 20-Jährige. Doch am steilen finanziellen Aufstieg des KV-Absolventen zweifelt kein Experte. Der frühere Teilzeitmitarbeiter der FCZ-Geschäftsstelle wird im Zentrum des ukrainischen Fussballs seine Bezüge vervielfachen.
Über die Höhe der Transfersumme vereinbarten die Klubs (wie immer) Stillschweigen. Sportchef Fredy Bickel bestätigte die kursierende Zahl von 4,5 Millionen Euro nicht. Für den Klub sei der Deal «eine finanziell gute Lösung» gewesen. Erstmals seit den Verkäufen von Raffael, César und Von Bergen (alle 2007) wird der FCZ wieder einen beachtlichen Transferüberschuss erzielen. Derzeit ist kein Realersatz für Mehmedi geplant. «Auszuschliessen ist aber nichts», so Bickel.
Die Trophäensammler
Dynamo Kiew gewann in der früheren Sowjetunion und seit 1993 in der Ukraine je 13 Meister- und je 9 Cuptitel. 1975 und 1986 gewannen die Ukrainer unter Startrainer Waleri Lobanowski den Europacup der Cupsieger. 1999 standen sie im Halbfinal der Champions League und 2009 im Halbfinal der Europa League.
Zu den bekanntesten Spielern der Kiewer gehörten Oleg Blochin, Igor Belanow, Andrej Schewtschenko - die Ikone gehört noch immer zum Kader - und Sergej Rebrow, der heute als Assistent im Stab mitwirkt.