"Die einseitige Aufkündigung des Gasabkommens ist kein gutes Zeichen", sagte Lieberman. "Wir hoffen, dass dieser Streit wie jeder andere wirtschaftliche Streit gelöst werden wird." Lieberman sagte dem israelischen Radio am Montag, die Wahrung der Friedensvereinbarungen von 1979 seien im "nationalen Interesse" beider Länder.
In Ägypten wirft man den Israelis Vertragsbrüchigkeit vor. Der Vertrag mit der East Mediterranean Gas Company (EMG) sei beendet worden, weil vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien, teilte die nationale Gasgesellschaft im Kairo mit.
Fünf Mahnungen
Israel sei vor der Kündigung des Liefervertrags fünf Mal darauf hingewiesen worden, dass es seine finanziellen Verpflichtungen nicht erfüllt habe, sagte die ägyptische Ministerin für internationale Zusammenarbeit, Faisa Abul Naga.
Aus dem ägyptischen Ölministerium verlautete indes, die Lieferungen seien auch wegen der häufigen Anschläge auf die Pipeline auf der Sinai-Halbinsel eingestellt worden.
Der Gashahn wird zugedreht. (Symbolbild) /


Die Gaspipeline von Ägypten nach Israel war seit dem Umsturz in Ägypten mehrfach das Ziel von Sabotageakten vermutlich islamistischer Gruppen.
Engpässe im Sommer befürchtet
Ägypten liefert bislang rund 40 Prozent des israelischen Gasbedarfs. Regierungsvertreter in Jerusalem haben bereits vor möglichen Engpässen bis hin zu Stromausfällen im Sommer gewarnt. Das Gaskonsortium EMG erklärte, es betrachte die Aufkündigung des Abkommens als illegal und verlange eine Rücknahme der Entscheids.
Gegen die Gaslieferungen nach Israel, die unter der Herrschaft des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak vereinbart worden waren, hatte sich in Ägypten in den vergangenen Monaten zunehmend Widerstand geregt. Viele Ägypter lehnen die Lieferungen grundsätzlich ab, zudem wird der vereinbarte Preis als zu niedrig angesehen.