Kairo/Damaskus - Der syrische Präsident Baschar el Assad hat überraschend mit seinem ägyptischen Amtskollegen Husni Mubarak in Scharm el Scheich gesprochen.
vab / Quelle: sda / Sonntag, 8. Januar 2006 / 22:07 h
Das Treffen in dem ägyptischen Badeort am Roten Meer war zuvor nicht angekündigt worden. Einzelheiten wurden nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA nicht mitgeteilt. Am Morgen war Assad bereits in Saudi-Arabien mit König Abdullah zusammengekommen.
In einer gemeinsamen Erklärung zu dem Treffen in Saudi-Arabien hiess es, dass König Abdullah die Notwendigkeit eines «Ausbaus der syrisch-libanesischen Beziehungen und deren Stärkung auf allen Feldern» hervorgehoben habe. Dies sei nötig, um die Interessen der beiden «Bruderstaaten» und die Sicherheit in der Region zu wahren.
Keine Aussage vor der UNO-Ermittlungskommission
Die Reiseaktivität des syrischen Präsidenten fand vor dem Hintergrund zunehmenden internationalen Druckes statt, ihn doch noch zu einer Aussage vor der UNO-Ermittlungskommission zum Mord am früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri zu bewegen.
In einem heute Sonntag veröffentlichten Interview mit der ägyptischen Wochenzeitung «Al-Usbua» hatte Assad dies jedoch abgelehnt. Die UNO-Ermittler hätten den Wunsch, ihn direkt zu befragen, bereits bei ihrem Besuch in Damaskus im Spätsommer vergangenen Jahres geäussert, sagte Assad.
Hariri und 22 weitere Menschen waren im Februar 2005 in Beirut einem Sprengstoffattentat zum Opfer gefallen. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Mord nicht ohne Beteiligung der Syrer, die damals als Schutzmacht in Libanon stationiert waren, verübt werden konnte.