Die häufigste Ursache ist die Alzheimer-Krankheit. Weitere geschätzte 500'000 Personen in Österreich zeigen bereits Symptome einer leichten kognitiven Beeinträchtigung, wie Antonia Croy, Präsidentin von Alzheimer Austria, gestern im Rahmen des Welt-Alzheimer-Tages 2013 vorrechnet.
Frühe Diagnose entscheidend
«Wir stehen hier nicht nur vor einem gesundheitlichen, sondern auch vor einem gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Problem, für das angemessene Lösungen gefunden werden müssen», so Croy. Neue Kriterien für die frühzeitige Diagnose seien wünschenswert - ebenso wie präventive Massnahmen. Aus der Sicht der Geriatrie ist es eine besondere Herausforderung, zur Steigerung der «guten» Lebensjahre beizutragen, so Katharina Pils, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie. «Eine frühzeitige und zuverlässige Diagnose von Alzheimer ist damit möglich. Sie ist insofern von besonderer Bedeutung, als man davon ausgeht, dass erste pathophysiologische Veränderungen bereits bis zu 30 Jahre vor Beginn eines Demenzsyndroms nachweisbar sind», führt Pils aus.
Als vorbeugende Massnahme ist es besonders wichtig, geistig rege zu bleiben und Eigenverantwortung zu übernehmen.
Zur Prävention gehört ausreichend Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und gesunde Ernährung. /


Vorbeugen kann man auch durch eine gesunde Lebensweise: ausreichend Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und gesunde Ernährung. «Im neuen österreichischen, von zwölf Experten erarbeiteten Papier 'Souvenaid' - ein diätetisches Lebensmittel in der Behandlung der frühen Alzheimer-Krankheit - werden die wissenschaftlich nachgewiesenen positiven Effekte von Nahrungsmittelergänzung auf die Krankheitsentwicklung präsentiert», unterstreicht Pils.
Lebensstil und Ernährung relevant
Wissenschaftliche Erkenntnisse unterstützen die Annahme, dass eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, massgeblich erhöht. Andreas Winkler von der Abteilung für Neurologische Rehabilitation an der Klinik Pirawarth: «Es gibt fundierte Belege dafür, dass Alzheimer-Patienten spezielle Ernährungsbedürfnisse haben und eine Substitution spezifischer Nährstoffe dem Verlust von Synapsen und ihrer Funktion entgegenwirken könnte.»
Das Essverhalten, die Menge und Qualität der aufgenommenen Nahrung und der Alterungsprozess sind eng miteinander verbunden. Ältere Menschen tragen aufgrund von Veränderungen des Geschmacks- und Geruchssinns, aber auch wegen einer veränderten Nährstoffaufnahme im Darm ein erhöhtes Risiko, ein qualitatives oder quantitatives Defizit in ihrer Ernährung zu erfahren. Chronische Erkrankungen, Interaktionen von Nährstoffen mit laufenden Medikationen und Veränderungen in der körperlichen Aktivität beeinflussen die Nahrungsaufnahme.
«Diese Veränderungen betreffen sowohl die Mikro- wie auch die Makronährstoffe. Ein an die Bedürfnisse alter Menschen angepasstes diätetisches Lebensmittel zur Behandlung der frühen Alzheimer-Krankheit kann also ein wichtiger Schritt im Management der Alzheimer-Demenz sein», erläutert Pils. «Der Einsatz von geeigneten Medikamenten (Antidementiva) kann den Krankheitsverlauf verzögern.»