Die kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) konnten eine IS-Offensive auf die Stadt aber erfolgreich abwehren, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag erklärte. Laut dem Direktor der in London ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, gab es auf Seiten der Dschihadisten mehrere Tote. Ihre Leichen hätten stundenlang auf den Strassen gelegen, bis sie geborgen worden seien.
Türkei zuerst gezögert
Rund 150 Peschmerga-Kämpfer waren aus dem Irak bis zur türkischen Grenze gelangt. Sie warteten am Donnerstag bei der türkischen Stadt Suruc darauf, nach Kobane weiterzugelangen. Sie wurden von türkischen Sicherheitskräften bewacht, wie ein AFP-Korrespondent berichtete.
Die vor dem Bürgerkrieg zweitgrösste Stadt Syriens ist eine Hochburg der Regimegegner. /


Nur zehn Peschmerga-Kämpfer konnten am Donnerstag nach Kobane reisen.
Die Türkei hatte sich erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA bereiterklärt, die Peschmerga über ihre Grenze zu lassen, damit sie die syrischen Kurden in Kobane beim Kampf gegen den IS unterstützen können. Am Mittwoch hatten bereits Kämpfer der gemässigten Freien Syrischen Armee (FSA) Kobane erreicht.
Aleppo in Gefahr
In der FSA regt sich allerdings Kritik an der geplanten Verlegung weiterer Kämpfer nach Kobane. Die FSA-Kräfte würden in der nordsyrischen Stadt Aleppo benötigt, sagte der FSA-Kommandant aus Kobane, Nisar al-Khatib, am Donnerstag in Istanbul. Die Situation dort seit sehr gefährlich, weil das Regime versuche, die Rebellen in Aleppo einzuschliessen.
Die vor dem Bürgerkrieg zweitgrösste Stadt Syriens ist eine Hochburg der Regimegegner. Die syrische Armee versucht seit Wochen, die Versorgungsroute der dortigen Rebellen in die Türkei abzuschneiden. Auch der IS ist nahe an Aleppo herangerückt.