Das Opfer war 2007 an Brustfellkrebs (Mesotheliom) gestorben. Krank war der Mann geworden, weil er als Jugendlicher in den 1970er-Jahren während der Schulferien bei der Firma Eternit in Niederurnen GL gearbeitet und Asbeststaub eingeatmet hatte. Über den Fall berichtete am Freitag «Schweiz aktuell» des Schweizer Fernsehens SRF.
Zum ersten Mal wird eine Familie eines Asbestopfers vom Kanton finanziell entschädigt. /


Der Bericht war schon am Nachmittag auf der Onlineseite des Senders veröffentlicht worden.
Die Glarner Regierungsrätin Marianne Lienhard sagte am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, die Strafbarkeit wegen fahrlässiger Tötung sei in diesem Fall gemäss einem Bundesgerichtsurteil gegeben.
Geste hat Signalwirkung
Die Firma Eternit (Schweiz) AG kommentierte den Fall nicht. Sie sei seit 2005 Eigentümerin des Werks und deshalb von der Angelegenheit nicht betroffen, schrieb die Unternehmung dem Schweizer Fernsehen in einer Stellungnahme.
In den 1970er-Jahren waren die Schweizer Eternit-Werke von der Schweizer Industriellenfamilie Schmidheiny kontrolliert worden. Verwaltungsratspräsident der Eternit AG war damals der 1991 verstorbene Max Schmidheiny.
Der Schaden-Anwalt Martin Hablützel zeigte sich zufrieden mit dem Entscheid der Opferhilfe des Kantons Glarus. Gegenüber «Schweiz aktuell» sagte er, dass die Geste Signalwirkung habe. Sie werde mit grosser Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass weitere Opferhilfestellen Zahlungen leisten würden.