Es sei eine "Grundsatzeinigung" zwischen den Verwaltungsräten beider Konzerne getroffen worden, erklärte das britische Unternehmen am Dienstag in einer Mitteilung an die Londoner Börse. Anheuser-Busch werde "empfohlen", pro Aktie 44 Pfund zu zahlen. SABMiller ist damit 71,2 Milliarden Pfund (knapp 105 Milliarden Franken) wert.
Anheuser-Busch hatte zuletzt am Montag ein nachgebessertes Angebot von 43,50 Pfund vorgelegt und für die Übernahme insgesamt 70 Milliarden Pfund geboten.
Der weltgrösste Brauereikonzern arbeitete seit Mitte September daran, seinen Konkurrenten SABMiller, die Nummer zwei weltweit, zu schlucken. Mit der Übernahme entsteht ein Brauriese neuer Dimension: Weltweit wird künftig etwa jedes dritte Bier aus einer Brauerei des fusionierten Konzerns kommen.
Aus dem Hause AB InBev kommen Biere wie Budweiser, Corona, Stella Artois oder Franziskaner. SABMiller verkauft unter anderem Pilsner Urquell, Miller und Grolsch.
Grösster Einzelaktionär in der Schweiz
Weder der AB Inbev noch SABMiller haben Brauereien in der Schweiz. Hier sind die Konkurrenten Carlsberg und Heineken stark vertreten. Dem niederländischen Heineken-Konzern - weltweit die Nummer drei im Biermarkt - gehören unter anderem Eichhof und Calanda.
Nun stimmt SABMiller doch noch zu. /


Die Dänen - Nummer vier weltweit - brauen Feldschlösschen.
Obwohl AB Inbev nicht in der Schweiz braut, ist der Konzern mit dem Land verbunden. Der grösste Einzelaktionär Jorge Paulo Lemann wohnt in Rapperswil-Jona SG. Er ist schweizerisch-brasilianischer Doppelbürger. Mit seiner brasilianischen Investmentgesellschaft 3G Capital hält der Milliardär nach Angaben der "Financial Times" vom Juni 12,5 Prozent am Konzern.
Lemann besass in Brasilien die Brauerei Brahma. Diese schloss er mit der Lokalkonkurrentin Antarctica zu AmBev zusammen. AmBev fusionierte in der Folge mit der belgischen Interbrew zu Inbev. 2008 gelang mit der Übernahme von Anheuser-Busch der Schritt zur Weltmarktführung.
Neben dem Engagement im Biergeschäft und anderen Bereichen kontrolliert Lemanns 3G Burger King bewerkstelligte mit dem US-Investor Warren Buffet zusammen die Fusion der Lebensmittelriesen Heinz und Kraft. Er verlegte seinen Wohnsitz nach einem Attentatsversuch auf seine Kinder aus Brasilien an den Zürichsee. Sein Vater war aus dem Emmental nach Brasilien ausgewandert und begründete dort im Bankwesen und im Kakao-Geschäft das Familienvermögen.