Zum Angriff bekannte sich die verbotene linksradikale Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C), die seit Jahrzehnten immer wieder Anschläge auf die Polizei und andere Vertreter des türkischen Staats begeht. Die Gruppe würdigte die beiden Frauen in einer Erklärung als «Kämpferinnen für Gerechtigkeit».
Sie hatten am Vormittag mehrere Granaten auf die Polizeistation im Viertel Bayrampasa im europäischen Teil von Istanbul geworfen, doch waren sie nicht explodiert. Anschliessend feuerten sie mit Sturmgewehren auf die Polizei, die das Feuer erwiderte.
Auf einem von den Medien verbreiteten Überwachungsvideo ist zu sehen, wie die Frauen auf einen Polizeibus schiessen. Beim Feuergefecht wurde eine der Angreiferinnen verletzt, woraufhin beide die Flucht ergriffen und sich in einer nahe gelegenen Wohnung verschanzten, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete.
Als die Polizei die Wohnung stürmte, wurden die beiden Attentäterinnen demnach getötet.
Beim Feuergefecht wurde eine der Angreiferinnen verletzt. /


Laut Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin wurden zwei Polizisten beim Gefecht leicht verletzt.
Erhöhte Alarmbereitschaft
Die DHKP-C begeht seit den 70er Jahren immer wieder Anschläge auf Polizisten, Soldaten, Beamte und Politiker sowie Vertreter von Konzernen und den USA. Im vergangenen August bekannte sich die linksradikale Gruppe zu einem Angriff auf die Wache vor dem Istanbuler Büro von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Beim Angriff wurde niemand verletzt.
Nach mehreren Anschlägen von Dschihadisten in den vergangenen Monaten sowie wegen des Konflikts mit den Kurden gilt in der Türkei erhöhte Alarmbereitschaft. Im Februar wurden bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in der Hauptstadt Ankara 29 Menschen getötet. Zu dem Anschlag bekannten sich die Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), eine Splittergruppe der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).