Die in Basel beheimatete «Zentralbank der Zentralbanken» machte in ihrem Quartalsbericht «zaghafte Hoffnungsschimmer» bei Anlegern dafür aus, dass die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte das Schlimmste hinter sich haben.
Das weiterhin gedämpfte Niveau wichtiger Wirtschaftsindikatoren konnte dem aufkeimenden Optimismus nichts anhaben. Den Märkten reiche es schon, dass sich die wirtschaftliche Lage weniger rasch verschlechterte als zuvor.
Weitere Geldpolitische Lockerungen und unkonventionelle Massnahmen wie dem Ankauf von Staatsanleihen durch Zentralbanken erhöhte seit Ende Februar den Risikoappetit der Anleger.
Der Nettoabsatz von Anleihen ist gegenüber dem Vorquartal wieder angestiegen. /


Trotz der Trendumkehr sei die Lage an den Märkten laut BIZ in vielen Segmenten aber immer noch deutlich schlechter als vor dem Konkurs von Lehman Brothers im September 2008.
Interbankenmärkte überwinden Lehman-Schock
Eine Ausnahme bildeten Interbankenmärkte, wo nach dem Lehman-Kollaps die gravierendsten Störungen aufgetreten waren. Dort habe sich die Lage schrittweise gebessert und Ende Mai hätten die wichtigsten Geldmarkt-Spreads wieder das Niveau von vor dem Lehman-Konkurs erreicht.
Dass das Vertrauen in die Märkte allmählich zurückkehrt, zeigt auch die Zunahme der Mittelaufnahme an den internationalen Kapitalmärkten im ersten Quartal. Der Nettoabsatz von Anleihen stieg auf 670 Milliarden Dollar von 519 Milliarden im Quartal davor.
Bei den Langfristzinsen war laut BIZ ein allgemeiner Aufwärtstrend zu beobachten, der auch auf wachsende Bedenken über die steigende Staatsverschuldung zurückgeführt werden könne. Anleger seien besorgt, dass die wachsende Verschuldung des öffentlichen Sektors auf lange Sicht zu Inflation führen werde.