Die sechsköpfige Delegation, der auch zwei ranghohe Regierungsvertreter des kommunistischen Landes angehören, besuchte einen vor dem Parlament errichteten Altar für den verstorbenen Kim. Die Nordkoreaner übermittelten Beileidsbekundungen ihres Staatschefs und legten einen Kranz vor dem Altar nieder.
Die Witwe des am Dienstag verstorbenen Kim, Lee Hee Ho, dankte demnach dem nordkoreanischen Staatsoberhaupt für die Entsendung der Delegation.
Im Rahmen ihres Besuchs will die Delegation laut Yonhap am Samstag auch den südkoreanischen Vereinigungsminister Hyun In Taek treffen. Unklar blieb hingegen, ob die Nordkoreaner auch Südkoreas Präsident Lee Myung Bak treffen.
Heftige Proteste
Am Flughafen in Seoul und vor dem Hotel, in dem die Nordkoreaner untergebracht sind, gab es heftige Proteste.
Erstmals seit fast zwei Jahren hat Nordkorea wieder hohe Funktionäre in das südliche Nachbarland entsandt. (Archivbild) /


Dutzende Demonstranten skandierten nach Angaben von Augenzeugen «Nieder mit Kim Jong Il» und verbrannten Porträts von ihm und nordkoreanische Flaggen. Sie forderten internationale Sanktionen gegen das kommunistische Regime.
Kim Dae Jung war am Dienstag im Alter von 85 Jahren gestorben. Er hatte sich um die Entspannung zwischen den beiden Koreas verdient gemacht, für seine Bemühungen wurde er mit dem Friedensnobelpreis geehrt. In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen nach einem zweiten Atombombentest und mehreren Raketentests Nordkoreas wieder verstärkt.
Zuletzt gab es jedoch einige Zeichen der Entspannung: So kündigte Pjöngjang am Montag an, wieder mehr Familientreffen und Touristenbesuche aus dem Süden erlauben zu wollen.