Kim war von 1998 bis 2003 Staatschef Südkoreas und hatte die sogenannte «Sonnenscheinpolitik» der Entspannung mit Nordkorea eingeleitet. Für seine Verdienste um die Annäherung an den Nachbarstaat wurde er im Jahr 2000 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.
Etwa 24'000 Gäste aus dem In- und Ausland, darunter der amtierende Präsident Lee Myung Bak und die früheren Staatschefs Kim Young Sam und Chun Doo Hwan, nahmen am Staatsakt vor dem Parlament in Seoul teil.
Zehntausende von Südkoreanern säumten die Strassen und erwiesen dem früheren Dissidenten in der Zeit der südkoreanischen Militärdiktaturen die letzte Ehre.
Ministerpräsident Han Seung Soo würdigte Kim als einen «grossen Führer der modernen Geschichte».
Kim Dae Jung war von 1998 bis 2003 Staatschef Südkoreas. (Archivbild) /


Er habe mit «unerschütterlichen Überzeugungen und unbeugsamem Mut» die Demokratisierung Südkoreas möglich gemacht.
Delegation aus Nordkorea
Zu Kims Beerdigung entsandte auch der Staatschef von Nordkorea, Kim Jong Il, eine Delegation, die ein Trauergebinde überbrachte. Am eigentlichen Begräbnis nahm sie zwar nicht teil, wurde aber von Südkoreas Präsident Lee Myung Bak empfangen - zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren.
Nach den Feierlichkeiten vor dem Parlament wurde der mit weissen Chrysanthemen geschmückte Sarg zum Friedhof gebracht. Die südkoreanische Regierung hat eine sechstägige Staatstrauer angeordnet, die Flaggen waren auf halbmast gehisst.