Jawad, dessen Alter heute auf Anfang 20 geschätzt wird, war zu Wochenbeginn freigelassen worden und dann nach Kabul zu seiner Mutter zurückgekehrt. Er war 2002 in Kabul gefangen genommen worden, weil er eine Handgranate auf ein US-Militärfahrzeug geworfen haben soll.
Jawad gab später bei einem Verhör durch afghanische Beamte die Tat zu, widerrief sein Geständnis aber dann mit der Begründung, dass er bei der Vernehmung gefoltert worden sei.
Bei der Pressekonferenz in Kabul wollte er sich nicht zur Frage von Misshandlungen äussern. Er sei dazu noch nicht bereit, sagte Jawad.
Der Mann sass sieben Jahre in Guantánamo. /


Es gehe ihm gesundheitlich nicht gut, er befinde sich in Behandlung, sagte er nur. Zugleich betonte er: «Ich bin sehr froh, dass ich nach sieben Jahren wieder frei bin und bei meiner Familie sein kann.»
Ein Militärrichter in Guantánamo Bay hatte vergangenes Jahr eingestanden, dass es ausser dem durch Folter erpressten Geständnis keinen Beweis für Jawads Schuld gebe. Ende Juli hatte eine US-Bundesrichterin seine Entlassung verfügt, nachdem die amerikanische Regierung ihren Widerstand gegen einen solchen Schritt aufgegeben hatte.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai begrüsste die Freilassung Jawads. In einer Mitteilung von Karsais Büro hiess es, der Präsident habe Jawad im Palast empfangen. Die Behörden seien angewiesen worden, ihn und seine Familie zu unterstützen.