Es schmeichle seinem Ego, dass sein Name in den letzten Tagen immer wieder gefallen sei. Er sei «sehr besorgt» über die Beziehungen der italienischen Schweiz zur übrigen Schweiz und glaube, die Präsenz eines Tessiners im Bundesrat sei ein wichtiger Schritt in Richtung Konkordanz, sagte Dick Marty.
Gegen eine Kandidatur Martys sprach sich im Radiobeitrag SVP-Präsident Toni Brunner aus. Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen, lobte Marty zwar als «Staatsmann», betonte aber, die Konstellation dieser Wahl sei «nicht sehr günstig, um Dick Marty eine Chance zu verschaffen».
«SP nicht zu haben»
Für «Spiele» habe die Bevölkerung nach 2,5 Monaten Wahlkampf wohl kein Verständnis, sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay. Auch die SP sei nicht für «wilde Kandidaten» zu haben, sagte deren Präsident Christian Levrat.
«Aber wenn die FDP merkt, dass sie mit den offiziellen Kandidaten aneckt, muss sie sich fragen, ob sie die Kandidaten wechseln will», hielt Levrat fest.
FDP-Ständerat Dick Marty. /


Und auch die FDP hält nichts von einer «wilden» Kandidatur. «Das stört die Strategie der FDP, die Fraktion ist gegen so etwas», sagte Parteipräsident Fulvio Pelli.
«Nicht in vorderen Reihen»
Am Mittwoch hatte Pelli gesagt, Dick Marty sei ein wichtiges Mitglied der Fraktion. Wenn es um die Bundesratswahlen gehe, «ist er aber nicht in den vorderen Reihen.»
Marty, der am linken Rand der FDP politisiert, war bisher nicht als offizieller Kandidat vorgeschlagen worden. Die Tessiner FDP hatte auf Parteipräsident Fulvio Pelli gesetzt. Aus dem Tessin im Gespräch gewesen war auch CVP-Regierungsrat Luigi Pedrazzini.