«Die Welt befindet sich im Umbruch, rund um den Globus ringen Staaten um Macht, Einfluss und Ressourcen», sagte Leuthard in ihrer Radio- und TV-Ansprache. «Auch die Schweiz muss ihre Rolle sich selbst und anderen gegenüber finden.»
Die Schweiz müsse ihre Rolle finden als ein Land, das sich vom globalen Kräftemessen nicht irritieren lasse, sondern selbstbewusst Lösungen präsentiere und vermittle. Und sie müsse ihre Rolle finden als Land, das nach Gerechtigkeit strebe und die Demokratie nicht nur als Macht der Mehrheit, sondern auch als Rücksicht auf die Minderheit verstehe.
«Willensnation» keine Worthülse
«Der Bundesrat wird sich dieses Jahr vertieft mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen», sagte die Bundespräsidentin. «Ich bin zuversichtlich, weil ich weiss, wie viel Kraft in unserem Land ist.» Der Begriff der «Willensnation Schweiz» sei keine Worthülse.
Der demokratische Staat lebe vom gesellschaftlichen Zusammenhang und dem Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger.
Doris Leuthard ist die neue Bundespräsidentin. /


Die Identität der Schweiz messe sich am Wohle des Einzelnen. «Wenn wir den Einzelnen in der Gemeinschaft mittragen, dann stärken wir die Identität der Schweiz», sagte Leuthard. Dazu könne jeder seinen Beitrag leisten.
2010 für viele kein einfaches Jahr
Nach dem für die Schweiz eher turbulenten Jahr 2009 rief Leuthard auch dazu auf, den «Blick fürs Wesentliche» zu behalten.
Für viele werde 2010 kein einfaches Jahr werden, hielt Leuthard fest. «Viele haben die Arbeit verloren oder bangen um ihren Arbeitsplatz.» Sie denke aber auch an kranke und alte Menschen. Manchmal brauche es Mut und Kraft. «Ich bin zuversichtlich, weil wir auf unsere Gesellschaft bauen können.»
Die Bundespräsidentin schloss ihre Ansprache mit den Worten: «Ich wünsche Ihnen Glück, Gesundheit und Gottes Segen.»