Der Chef der Liberaldemokraten, Nick Clegg, sagte, seiner Partei sei vor allem die bei den Tories nicht sonderlich erwünschte Wahlrechtsreform wichtig. David Cameron, Chef der konservativen Tories, hatte sich bereits am Freitag gegen eine Änderung des Wahlsystems ausgesprochen.
Vier Konservative, darunter William Hague, der De-facto-Stellvertreter von Cameron, kamen mit vier hochrangigen Vertretern der Liberaldemokraten zusammen. Clegg und Cameron telefonierten. Nach Angaben eines Parteisprechers der Liberaldemokraten verständigten sie sich darauf, weitere Vorschläge für wirtschaftliche und politische Reformen auszuarbeiten.
«Die Dinge laufen richtig»
Der einflussreiche Liberaldemokrat Simon Hughes sagte: «Die Dinge laufen richtig.
William Hague traf mit Vertretern der Liberaldemokraten zusammen. /


Die Dinge laufen vorsichtig. Ich werde nicht spekulieren.» Die Gespräche sollten seinen Angaben zufolge am Wochenende fortgesetzt werden.
Bislang hätten die Konservativen noch kein förmliches Koalitionsangebot vorgelegt, sagte Hughes der BBC. Die Gespräche hätten schliesslich gerade erst begonnen. «Aber wir werden darüber reden, wo wir hinwollen.»
Tories, stärkste Kraft
Die Gespräche dürften nicht einfach werden, da Tories und Lib Dems politisch wenig gemeinsam haben.
Die Tories waren aus den Wahlen am Donnerstag als stärkste Kraft hervorgegangen, hatten die für eine alleinige Regierungsbildung erforderliche absolute Mehrheit verfehlt. Sie kamen auf 306 Sitze, für eine absolute Mehrheit wären 326 Sitze nötig gewesen. Die seit 13 Jahren regierende Labour-Partei holte 258 Sitze, die Liberaldemokraten 57 Sitze.